Preise

Schuldenfalle Handy-Vertrag

  • Rudolf Huber/wid
  • In UNTERNEHMEN
  • 4. Dezember 2020, 15:16 Uhr
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wid Groß-Gerau - Wegen teurer Laufzeittarife produzieren Smartphones sogar dann noch Kosten, wenn sie längst bezahlt sind. JeShoots-com / pixabay.com

Ein alarmierender Anstieg: In den letzten fünf Jahren haben sich die Verbraucherschulden bei Telekommunikations-Unternehmen um gut 41 Prozent erhöht. 2015 lag die durchschnittliche Schuldenhöhe laut Statistischem Bundesamt bei 811 Euro, 2019 waren es bereits 1.144 Euro. Im selben Zeitraum stieg der durchschnittliche Preis eines in Deutschland verkauften Smartphones laut Bitkom Research von 395 Euro auf 519 Euro.


Ein alarmierender Anstieg: In den letzten fünf Jahren haben sich die Verbraucherschulden bei Telekommunikations-Unternehmen um gut 41 Prozent erhöht. 2015 lag die durchschnittliche Schuldenhöhe laut Statistischem Bundesamt bei 811 Euro, 2019 waren es bereits 1.144 Euro. Im selben Zeitraum stieg der durchschnittliche Preis eines in Deutschland verkauften Smartphones laut Bitkom Research von 395 Euro auf 519 Euro.

Die höchsten einschlägigen Schulden haben Verbraucher zwischen 20 und 35 Jahren, diese Altersgruppe hat auch am häufigsten Schuldnerberatungen konsultiert. Ein Hauptgrund ist die weitverbreitete Möglichkeit, ein neues Smartphone über höhere Monatsgebühren für den Mobilfunkvertrag abzuzahlen. Sie erweist sich nämlich insbesondere für junge, unerfahrene Verbraucher häufig als problematisch, so die Experten von Verivox.

"In dieser Altersgruppe beobachten wir eine besonders hohe Affinität zu Smartphone-Topmodellen, die im Schnitt deutlich über 900 Euro kosten", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Um den Einmalpreis eines Geräts so niedrig wie möglich zu halten, binden sich viele Kunden an hochpreisige Laufzeittarife."

Und diese Smartphones produzieren sogar dann noch Kosten, wenn sie längst abbezahlt sind: Die Kostenfalle tut nach Ablauf von zwei Jahren auf, wenn ein sogenannter Bundle-Vertrag mit finanziertem Smartphone unverändert weiterläuft. Denn die monatliche Grundgebühr sinkt nach 24 Monaten nicht, obwohl das Gerät dann abgelöst ist.

"Die Mobilfunkprovider sehen die Zusatzkosten nicht als Abzahlung des Smartphones, sondern als Vertragsbestandteil", sagt Theumer. "Kunden sollten vor Ablauf der zwei Jahre kündigen - sonst zahlen sie bis zu 20 Euro im Monat zusätzlich, ohne eine Gegenleistung dafür zu erhalten."

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