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Wie werden Schwerlasttransporte ausgeführt?

  • Redaktion
  • In PANORAMA
  • 9. Dezember 2020
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@ HardyS (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Schwerlasttransporte gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Logistik- und Transportbranche. Anders als beim regulären Warentransfer bedarf es hier einer besonderen Vorbereitung, Expertise und einer perfekten Durchführung. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Transporte durchgeführt werden.

Was sind Schwerlasttransporte? Wenn es auf die Größe ankommt

Neben der Beförderung von besonders schweren Waren sind es vor allem sperrige Güter, die bei Schwerlasttransporten transportiert werden. Egal, ob Bauteile von Windrädern, spezielle Maschinen oder andere sogenannte lademaßüberschreitende Güter: All diese Dinge werden als Schwerlasttransporte befördert.

Gut zu wissen: Ab ca. 35 Meter Länge, einer Breite von ca. 4,5 Metern und einem Gewicht von ungefähr 120 Tonnen kommen Transporte auf der Straße an ihre Grenzen.

Perfekte Planung ist die Voraussetzung

Die Vorbereitung eines Schwerlasttransportes ist eine komplexe Aufgabe. Hierbei spielt vor allem die Routenplanung für die Genehmigung und die Machbarkeit eines solchen Transportes eine tragende Rolle.

Die Feinarbeit der Vorbereitung

Bevor ein Transport bei der jeweiligen Behörde eingereicht wird, ermitteln die Speditionen die jeweilige Strecke. Dabei kommt es auf alle Details und eine höchst professionelle Arbeit an.

Neben der Breite und Beschaffenheit der Straßen müssen unter anderem auch Gefälle, mögliche Hindernisse, Brückeneigenschaften und Kurvenradien genauestens ermittelt werden. Nur so kann ein reibungsloser Transport mit hundertprozentiger Sicherheit durchgeführt werden.

Die Durchführung: Ohne den „70er“ und „29er“ geht es nicht

Für die Durchführung eines Schwerlasttransportes ist eine sogenannte straßenbezogene Erlaubnis nach § 29 Abs. 3 StVO sowie eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO erforderlich.

Dabei wird von behördlicher Seite genaustens überprüft, inwieweit die angemeldete Strecke mit den Gütern realisierbar ist. In solchen Fällen ist dann auch die Begleitung von Polizeifahrzeugen zur Absicherung des Transports notwendig.

Besonders sperrige Schwerlasttransporte müssen zudem noch von einem sog. Wechselverkehrszeichen-Fahrzeug begleitet werden. Dieses fährt in der Regel hinter dem Schwerlasttransport und kann entsprechende Verkehrszeichen, etwa ein Überholverbot, auf einem digitalen Aufsatz anzeigen.

Grundsätzlich dürfen Schwerlasttransporte nur von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr durchgeführt werden. Doch es gibt auch hier Ausnahmen.

Der späte Vogel transportiert den „schwersten Wurm“

Um die Belastungen und Beeinträchtigungen für andere Verkehrsteilnehmer und Anwohner möglichst zu minimieren, werden besonders sperrige Güter vor allem in den Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr transportiert. Nur so lässt sich die aufwendige Logistik bestmöglich bewerkstelligen.

Das Ordnungsamt ist der Ansprechpartner

Die Genehmigungen für einen Schwerlasttransport werden in der Regel vom zuständigen Ordnungsamt genehmigt. Hierbei bereiten die jeweiligen Disponenten der Speditionsfirmen die entsprechenden Unterlagen für die Behörden vor.

Die Fahrzeuge – für jede Situation das Richtige

Schwerlasttransporte leisten Beachtliches. Doch auch hier ergeben sich immer wieder ungeahnte Herausforderungen, welche Spediteure und Logistiker vor große Aufgaben stellen können. Vor allem dann, wenn die Ladung ein Gewicht erreicht, welches auf konventionellem Wege nicht mehr befördert werden kann.

In diesen Fällen kommen besondere Spezialfahrzeuge ins Spiel. Diese sind deutlich leistungsfähiger als herkömmliche Lkws und können viel größere Lasten transportieren. Heutzutage gibt es beispielsweise entsprechende Luft- und Raumfahrtransporter oder etwa spezielle Aufbauten für den Transport von Windrädern.

Eines der faszinierendsten Sonderfahrzeuge ist jedoch der sogenannte SPMT (Self-Propelled-Modular-Transporter). 1983 von der Scheuerle Fahrzeugfabrik, einem deutschen Unternehmen aus Pfedelbach, auf den Markt gebracht, revolutionierte das Konzept des SPMT die Transportbranche so nachhaltig wie kein anderes Fahrzeug zuvor.

Die Idee dahinter ist so simpel wie genial. Als selbstangetriebene und fahrbare Plattformen verfügen SPMTs über mehrere Achsen bzw. Achslinien und können, je nach Anforderung, zu langen Transportverbünden kombiniert werden.

Hierdurch kann das Fahrzeug ungeheure Lasten transportieren. Dank seiner besonders flachen Bauweise kann der SPMT sogar höchste Punktbelastungen aushalten.

Mehr Informationen zu den einzigartigen und faszinierenden Eigenschaften eines SPMT finden Sie unter scheuerle.com.

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