Russland

Anhänger Nawalnys sollen sich am Sonntag vor FSB-Zentrale treffen

  • AFP
  • In POLITIK
  • 26. Januar 2021, 18:44 Uhr
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Alexej Nawalny (l.) und Wladimir Putin Bild: AFP

Die Anhänger des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny haben für den kommenden Sonntag zu Demonstrationen vor der Zentrale des russischen Geheimdienstes FSB und dem Sitz der Präsidialverwaltung in Moskau aufgerufen.

Die Anhänger des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny haben für den kommenden Sonntag zu Demonstrationen vor der Zentrale des russischen Geheimdienstes FSB und dem Sitz der Präsidialverwaltung in Moskau aufgerufen. In einer Facebook-Nachricht, die am Dienstag verbreitet wurde, kündigten die Organisatoren Versammlungen an, die gleichzeitig um 12.00 Uhr Ortszeit vor der FSB-Zentrale und auf dem Staraja-Platz stattfinden sollen. "Dann ziehen wir durch Moskau", heißt es in dem Aufruf weiter. "Wir werden unsere Marschroute je nach der Lage bestimmen."

Die von den Organisatoren genannten Treffpunkte der beiden Demonstrationen liegen etwa einen Kilometer voneinander entfernt an einer zentralen Straße in Moskau. 

Nawalny war am 17. Januar nach seiner Rückkehr aus Deutschland am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden. Am 2. Februar soll sich Nawalny wegen des Vorwurfs verantworten, er habe gegen die Auflagen aus einer 2014 verhängten und zur Bewährung ausgesetzten Strafe verstoßen. Die Strafe könnte dann in eine Haftstrafe umgewandelt werden.

Auf Nawalny war am 20. August ein Giftanschlag verübt worden. Er wurde danach zur Behandlung nach Deutschland gebracht. Nawalnys Vertrauter Leonid Wolkow bezeichnete den FSB als "Vergifter". Nawalny selbst hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Gift-Attacke verantwortlich gemacht. Über die Rolle der Präsidialverwaltung sagte Wolkow, dass dort "die Entscheidungen getroffen" würden, ob Nawalny "ins Gefängnis kommt oder freigelassen wird".

Am Samstag hatten zehntausende Menschen in zahlreichen Städten Russlands die Freilassung Nawalnys gefordert. Nach einer Zählung der Nichtregierungsorganisation OWD-Info wurden fast 3900 Teilnehmer der Kundgebungen festgenommen.

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