Fahrbericht

Kia Picanto 1,0 T - GDI: Sympathischer Knirps mit Aufladung

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mid Groß Gerau - Der kleine Kia Picanto gehört zu den auffälliger designten Vertretern des A-Segments. Mike Neumann / mid

Beliebtes Einstiegsmodell der Marke Kia ist der kleine Picanto. Seiner dritten Generation, die seit 2017 auf dem Markt ist, haben die Koreaner 2020 nicht nur eine auffälligere Optik verpasst, sondern auch ein Mehr an Sicherheitsausstattung und eine überarbeitete Motorenpalette spendiert. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich jetzt von den Talenten des Picanto in seiner Topausstattung überzeugt.


Kia lässt sich vom Mainstream nicht beeindrucken. Der koreanische Automobilhersteller konnte in einem sonst eher rückläufigen deutschen Markt von Juli bis Dezember 2020 mit 38.397 verkauften Neuwagen sein bisher höchstes Halbjahresergebnis erzielen.

Beliebtes Einstiegsmodell des achtgrößten Automobilherstellers der Welt ist der kleine Picanto. Seiner dritten Generation, die seit 2017 auf dem Markt ist, haben die Koreaner 2020 nicht nur eine auffälligere Optik verpasst, sondern auch ein Mehr an Sicherheitsausstattung und eine überarbeitete Motorenpalette spendiert. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich jetzt von den Talenten des Picanto in seiner Topausstattung überzeugt.

Eigentlich gibt es keinen Grund, grimmig dreinzuschauen. Man kann fast gar nicht anders, als den knuffigen Kleinsten von Kia sofort ins Herz zu schließen, so wie er sich in schickem Lime Light Metallic artig zum Fahrtest vorstellt. Die aufpreispflichtige Farbe steht dem Wagen ausgesprochen gut zu Gesicht, doch der Blick aus den markanten Scheinwerfern in der markentypischen Tigernasenfront bleibt reserviert.

Dabei erwartet ihn doch nur hessischer Asphalt und keine alpine Offroad-Klettertour. Die könnte den Kleinen dann doch schon ziemlich fordern. Dabei hätte er in seinem x-Line-Anzug mit 16 Zöllern, schwarz beplankten Radkästen und dem Unterfahrschutz in Metall-Optik zumindest das richtige Outfit für einen Offroader. Das kecke Heck mit dem gar nicht braven Doppelendrohr erzählt aber von ganz anderen Qualitäten.

Gar nicht zu schämen braucht sich das Top-Modell der Picanto-Baureihe für reichlich verbautes Hartplastik im Inneren. Das ist nun mal typisch für einen Kleinstwagen und natürlich auch dem Preis geschuldet. Als wolle er es wieder gutmachen, lockern farbliche Applikationen und frische limettengrüne Nähte an den Sitzen, am Schalter und am angenehm griffigen Lenkrad das Ambiente wieder auf.

Auch beim Platzangebot punktet das 3,59 Meter lange Mini-Crossover. Vorne wie hinten finden Kopf und Knie ausreichend Platz, wenn man nicht gerade zu den sogenannten Sitzriesen gehört und den fünften Platz besser frei lässt. 255 Liter Kofferraum - bei umgeklappter Rückbank sind es 1.010 Liter - reichen für die meisten Bedürfnisse des Alltags aus. Man hat es immerhin mit einem Kleinstwagen zu tun. Auch die wenigen Ablagen fallen maßstabgetreu klein aus, dafür ist die Mittelarmlehne nach Bedarf verschiebbar.

Der mittels Turbo aufgeladene Dreizylinder liefert seine 100 PS nach einer leichten Anfahrschwäche zwischen 1.900 und 2.500 Umdrehungen in der Minute mit ausreichend viel Schub ab. In Kombination mit einem Leergewicht von knapp über 1.000 kg ist das der Garant für flottes Vorwärtskommen in dem Fünftürer. Bei höheren Drehzahlen wird der Motor bauartbedingt etwas laut, was aber nicht unbedingt stört, sondern die sportlichen Akzente unterstreicht.

Mit der direkten Lenkung und der präzisen Fünfganghandschaltung mit kurzen Schaltwegen mutiert der straff ausgelegte Picanto zum kleinen Kurvenräuber. Kehre um Kehre legt er sich geschmeidig ins Zeug und lässt sich ebenso präzise wieder heraus zirkeln. Jede Wette, jetzt schaut der Koreaner gar nicht mehr so grimmig in die Welt. Es sei denn, man bringt ihn mit den vier ordentlich zupackenden Scheibenbremsen wieder zum Stillstand.

Leider quittiert der gelbgrüne Zwerg überwiegend flottes Tempo mit einem Verbrauch von mehr als sieben Litern. Bei gemäßigter Fahrweise sind es immer noch sechs Liter. Reichlich viel Durst für ein so kleines Auto. Wenn man so will, bestückt Kia den Picanto in der Top-Ausstattung dafür mit ziemlich allem, was das Herz begehrt. Kollisionswarner mit Fahrzeug- und Fußgängererkennung, Tot-Winkel-Assistent, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung und Querverkehrswarnung helfen dabei, das Fahren zu erleichtern.

Das intuitive Navigationssystem mit einem 8-Zoll-Touchscreen reagiert auch auf Sprachbefehle und gibt präzise das aktuelle Verkehrsgeschehen wieder. Über die auf dem eigenen Smartphone installierte App findet man den Kleinen zum Beispiel bei Verlust auf einem Parkplatz schnell wieder. Sie begleitet einen auch auf dem letzten Meter Fußweg zum eingegebenen Ziel. Natürlich erst, nachdem man sich vor dem in der Sonnenblende verborgenen "Theaterspiegel" im Glanze von LEDs die Nase gepudert hat.

Solveig Grewe / mid

Technische Daten Kia Picanto 1,0 T- GDI X-Line:

- Länge / Breite / Höhe: 3,59 / 1,91 / 1,50 Meter

- Motor: Dreizylinder Turbobenziner

- Hubraum: 998 ccm

- Leistung: 74 kW / 100 PS

- max. Drehmoment: 175 Nm

- Getriebe: 5-Gang-Handschaltung

- Beschleunigung: 0 - 100 km/h in 10,3 s

- Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

- Normverbrauch: 5,7 l / 100 km

- CO2-Emissionen: 104 g/km

- Preis: ab 18.050 Euro

- Preis des Testwagens: 19.418 Euro

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