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Junta in Myanmar beschuldigt japanischen Journalisten der Falschberichterstattung

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Das berüchtigte Insein-Gefängnis Bild: AFP

In Myanmar hat die Militärjunta einem Medienbericht zufolge einen japanischen Journalisten offiziell der In Myanmar hat die Militärjunta einem Medienbericht zufolge einen japanischen Journalisten offiziell der Falschberichterstattung beschuldigt.

Die Militärjunta in Myanmar hat einem Medienbericht zufolge einen japanischen Journalisten offiziell der Falschberichterstattung beschuldigt. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag meldete, wurde dem im April festgenommenen freiberuflichen Reporter Yuki Kitazumi der Verstoß gegen ein Gesetz zur Bekämpfung von Falschnachrichten zur Last gelegt. Nach Angaben der örtlichen Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) werden derzeit 50 Journalisten in Myanmar festgehalten.

Kitazumi befindet sich bereits seit mehreren Wochen im berüchtigten Insein-Gefängnis von Yangon. Tokio hatte die Militärjunta bereits im April aufgerufen, den Reporter freizulassen. "Natürlich werden wir weiterhin unser Möglichstes für die baldige Freilassung des inhaftierten Japaners tun," sagte Japans Außenminister Toshimitsu Motegi, wie der Fernsehsender NHK berichtete.

Kitazumi ist der erste ausländische Journalist, der seit dem Militärputsch offiziell beschuldigt wurde. Ein polnischer Fotojournalist, der im Zuge seiner Berichterstattung über die Proteste im März festgenommen worden war, wurde später freigelassen und aus dem Land abgeschoben.

Neben der Festnahme von Journalisten hat die Militärjunta auch versucht, die Berichterstattung über die Proteste nach dem Umsturz von Anfang Februar zu unterbinden, indem unabhängige Medien geschlossen und die Geschwindigkeit des Internets im Land gedrosselt wurden. Nach Angaben der AAPP werden derzeit 25 Journalisten strafrechtlich verfolgt, gegen 29 weitere liegen Haftbefehle vor. 

Das Militär in Myanmar hatte am 1. Februar die Macht an sich gerissen und damit eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem Land vorerst beendet. Die Junta sieht sich seitdem massiven Protesten gegenüber. Armee und Polizei gehen mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor. Nach Angaben von Aktivisten wurden seit dem Putsch mindestens 766 Zivilisten getötet.

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