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Deutscher Star-Architekt Helmut Jahn bei Fahrradunfall in den USA gestorben

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Helmut Jahn im Weißen Haus 2011 Bild: AFP

Der deutsche Star-Architekt Helmut Jahn ist bei einem Fahrradunfall in seiner Wahlheimat USA ums Leben gekommen. Der 81-Jährige wurde bei Chicago überfahren, wie die Polizei mitteilte. Jahn ist unter anderem als Architekt des Frankfurter Messeturms und des Sony Centers am Potsdamer Platz in Berlin bekannt.

Mit Gebäuden wie dem Frankfurter Messeturm oder dem Sony Center in Berlin hat er Städte in Deutschland und anderen Ländern geprägt - nun ist der deutsche Star-Architekt Helmut Jahn bei einem Fahrradunfall in seiner Wahlheimat USA ums Leben gekommen. Der 81-Jährige wurde in der westlich von Chicago gelegenen Gemeinde Campton Hills an einer Kreuzung überfahren, wie die Polizei am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. 

Jahn hatte den Angaben zufolge am Samstag an einem Stoppschild mit seinem Fahrrad nicht angehalten. Er sei nacheinander von zwei Autos erfasst worden, die aus gegensätzlichen Richtungen kamen. Der Architekt wurde noch am Unfallort für tot erklärt. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde der Fahrer eines der beiden beteiligten Autos mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Chicagos Bürgermeisterin Lori Lightfood zeigte sich schockiert über den Tod des 81-Jährigen und sprach seiner Familie ihr Beileid aus. "Jahn war einer der erfinderischsten Architekten Chicagos", schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter. Sein Einfluss auf die Architektur der Stadt werde niemals vergessen werden. Der Architektur-Kritiker Blair Kamin sagte der "Chicago Tribune", Jahns Bauten seien "immer außergewöhnlich" gewesen.

Der 1940 in Nürnberg geborene Jahn zog nach seinem Abschluss an der Technischen Hochschule München - heute die Technische Universität München - in den 60er Jahren nach Chicago und setzte sein Studium am Illinois Institute of Technology fort, das vom Modernismus von Ludwig Mies van der Rohe geprägt wurde. In der US-Großstadt stieg Jahn im Architekturbüro C. F. Murphy Associates ein, das inzwischen nach ihm benannt ist. Mit postmodernen Glas- und Stahl-Bauten machte sich Jahn in den 70er und 80er Jahren einen Namen. 

In seiner langen Karriere entwarf er zahlreiche Hochhäuser, Flughafengebäude und Messegebäude in den USA und weltweit, darunter ein Flughafen-Terminal in Chicago und den internationalen Flughafen Suvarnabhumi in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Auch am Entwurf des Hauptsitzes der US-Bundespolizei FBI in Washington war Jahn beteiligt. Außerdem lehrte er an der University of Illinois in Chicago und an den Elite-Universitäten Harvard und Yale.

Auch deutsche Städte prägte Jahn mit. Mit dem 254 Meter hohen Messeturm in Frankfurt am Main gab er der Bankenmetropole 1991 ein neues Wahrzeichen. Zwischen 1995 und 2000 wurde Jahns Entwurf für das Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin realisiert - für 1,45 Milliarden D-Mark (740 Millionen Euro). Außerdem baute Jahn in der bayerischen Landeshauptstadt München das München Airport Center (1996) und die Highlight-Towers (2004). 

In Bonn wurde der 160 Meter hohe Post-Tower nach Jahns Plänen gebaut, auch das zweite Terminal des Flughafens Köln/Bonn stammt von ihm. Im baden-württembergischen Singen baute er den Büroturm Hegau-Tower (2009) und in Bremen den Weser-Tower (2010). 1994 wurde Jahn in Deutschland mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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