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Studie: Kurzarbeit sicherte auf dem Höhepunkt der Corona-Krise 2,2 Millionen Jobs

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Geschlossenes Restaurant in Berlin Bild: AFP

Die Bundesregierung hat einer Studie zufolge durch Kurzarbeit auf dem Höhepunkt der Corona-Krise 2,2 Millionen Jobs gesichert. Damit habe die Bundesregierung sechs Mal so viele Stellen wie in der Finanzkrise 2008/2009 gerettet.

Die Bundesregierung hat einer Studie zufolge durch Kurzarbeit auf dem Höhepunkt der Corona-Krise 2,2 Millionen Jobs gesichert. Damit habe die Bundesregierung sechs Mal so viele Stellen wie in der Finanzkrise 2008/2009 gerettet, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts für Makroökonomie (IMK) und der Universitäten Kiel und Münster. Die Forscher lobten das Kurzarbeitergeld als erfolgreiches Instrument - sehen aber auch Verbesserungsbedarf. 

Die Forscher rechneten die geretteten Jobs aus der Zahl der gekürzten Arbeitsstunden hoch. Demnach wurde während der Corona-Krise weitaus mehr Kurzarbeit eingesetzt als in der Finanzkrise. Im Mai 2009 waren auf dem Höhepunkt der damaligen Krise rund 1,4 Millionen Menschen in Kurzarbeit, im April 2020 gab es fast sechs Millionen Kurzarbeitende. 

Auch das Bruttoinlandsprodukt brach in der Corona-Pandemie stärker ein als während der Finanzkrise. In beiden Fällen gelang es der Studie zufolge, durch die "zeitweilige drastische Arbeitszeitreduzierung" viele Arbeitsplätze über die Krise zu retten.

Die IMK-Untersuchung zeigt allerdings auch, dass es für manche Beschäftigte finanziell knapp wird. Während in der Finanzkrise 2008/2009 vor allem durch Tarifverträge abgesicherte Industriebeschäftigte in Kurzarbeit geschickt worden seien, seien es diesmal auch schlechter bezahlte Mitarbeiter von Dienstleistern wie Restaurants oder Geschäften. 

Ein Single musste laut der Untersuchung trotz Kurzarbeitergelds zum Höhepunkt der Krise im April 2020 im Schnitt auf ein Fünftel seines Einkommens verzichten, das war doppelt so viel wie in der Finanzkrise. In den Branchen Kultur und Gastgewerbe lagen die Einbußen demnach bei durchschnittlich 30 Prozent. Minijobberinnen und Minijobber, die nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, waren außerdem Leidtragende: Sie profitierten nicht von der Kurzarbeit und verloren häufig ihre Stellen.

"Die zu beobachtende Polarisierung auf dem Arbeitsmarkt während der Corona-Krise ist eine wichtige Lehre für den künftigen Zuschnitt des Systems von Kurzarbeit", heißt es daher im Fazit der Studie. Ein wichtiger Ansatz könnten demnach erhöhte Sätze beim Kurzarbeitsgeld für Niedrigverdienerinnen und Niedrigverdiener sein. Zudem sollte darüber nachgedacht werden, geringfügig Beschäftigte und Selbständige in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzubeziehen.     

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