Umwelt

Energiewende in Europa: Das Investitionspotential der Windkraft

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@ lausitz360 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Die Windkraft ist der neue Rekordhalter unter den Energiequellen in Deutschland. Im letzten Jahr stammten laut dem Statistischen Bundesamt 25,6% des hierzulande erzeugten Stroms aus Windenergie, die damit die Stromerzeugung durch die Kohlekraftwerke als bisherige Nummer eins unter den Energiequellen abgelöst hat.

Die hehren Ziele in der Klimapolitik in Deutschland und gerade in der EU sorgen dafür, dass der Auf- und Ausbau von On- wie Off-Shore-Anlagen mittlerweile in ganz Europa enormes Wachstumspotential hat.

Das Ziel der EU-Kommission: „Bis 2050 klimaneutral“

Denn in Berlin, Paris und Brüssel ist die Marschroute für die kommenden Jahrzehnte bereits klar. Die EU soll ihre Kohle-Emissionen bis 2030 um die Hälfte reduzieren. Für 2050 lautet das Ziel: Klimaneutralität. Ohne Windenergie, die laut EUROSTAT bereits den wichtigsten Teil der erneuerbaren Energien für Strom in Europa ausmacht, wären diese Ambitionen nicht zu realisieren. Deutschland, bisheriger Spitzenreiter bei der Stromproduktion aus Windkraft, bekommt Gesellschaft von Spanien und Frankreich, die den Neubau von Windrädern in großen Schritten voranbringen. Für Antje Grieseler, Geschäftsführerin der Leonidas Management GmbH, die den Aufbau von Windparks koordiniert und deren Betrieb optimiert, ist Frankreich wegen seiner „großen zusammenhängenden Agrarflächen“ ein besonders interessanter Standort. Denn viele dortige Landwirte sehen in der Teilverpachtung ihrer Grundstücke für Windkraftanlagen eine lukrative Einnahmequelle und stellen daher immer mehr Flächen zur Verfügung.

Die stetige Zunahme der von Windkraft getragenen Energieleistung in der EU, die bereits Ende 2019 eine Kapazität von mehr als 200 Gigawatt-Stunden abdeckte, zeigt, dass die Vereinbarungen vom Pariser Klimaabkommen keine Lippenbekenntnisse waren, sondern man in der Energiepolitik tatsächlich einen Kurswechsel vorgenommen hat. Die Energiewende ist längst Realität und die Windenergie ihr stärkster strategischer Pfeiler.

On- und Off-Shore: Großprojekte für mehr Nachhaltigkeit

In dieses Bild passt es auch, dass die Bundesnetzagentur vor zwei Monaten weitere drei Flächen für Off-Shore-Anlagen in Nord- und Ostsee zur Vergabe ausgeschrieben hat. Für deren Präsident, Jochen Homann, ein wesentlicher Schritt zum „Gelingen der Energiewende“. Wenig überraschend wird der Ausbau der Energieerzeugung mittels Windkraft durch die Subventionen der Politik mit vorangetrieben. Ein Beispiel: Allein die bisher bestehende Leistung in Nord- und Ostsee von 7,8 Gigawatt soll sich nach einem Beschluss des Bundestages bis 2040 auf 40 Gigawatt vervierfachen.

Dass parallel der Betrieb von Kohlekraftwerken zurückgefahren wird, hängt nicht nur mit dem geringeren Stromverbrauch in der Pandemie zusammen. Gerade in den Monaten der stärksten Stromnachfrage von Herbst bis Frühjahr, schaffen es die Windparks On- und Offshore durch die Häufung zyklonaler Wetterlagen, hohe Stromerträge zu erzielen.

Investments sorgen für weiteren Aufwind

Die weiterhin günstigen Rahmenbedingungen und das politische Comitment für die Windenergie bewegt nach wie vor die Anleger zu neuen Investments. Dass man damit einen Beitrag für eine „saubere Zukunft“ leistet, spielt für viele Investoren eine wichtige Rolle. Doch allein darauf will Antje Grieseler von der Leonidas GmbH, welche selbst große Investmentprojekte in der Windenergie betreut, den Aspekt Nachhaltigkeit nicht reduzieren. Geht es nach ihr, sollte ein Investment so gestaltet sein, dass es „zur langfristigen Planung und dem langfristigen Denken, desjenigen passt, der es tätigt.“ Wie in der Energiepolitik gilt es auch für die eigene Anlage eine nachhaltige Strategie zu verfolgen, um am Investitionspotential der Windenergie bestmöglich zu partizipieren.

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