Historie

Die mid-Zeitreise: Zehn Jahre "Truck Grand Prix" auf dem Nürburgring

  • Motor-Informations- Dienst (mid)
  • In MOTOR
  • 14. Juni 2021, 11:31 Uhr
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mid Groß-Gerau - Die größte Karambolage des Truck Grand Prix auf dem Nürburgring hat sich 1995 zum 10-jährigen Jubiläum ereignet. Doch außer ein paar Beulen in den Brummis ist nichts passiert. Das spricht für die Sicherheitsvorkehrungen in den Renn-Lkw. Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)

Am 24. Juli 1995 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 40. Jahrgang über den 'Truck Grand Prix'.


Am 24. Juli 1995 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 40. Jahrgang über den "Truck Grand Prix".

Die größte Karambolage des Truck Grand Prix auf dem Nürburgring hat sich jetzt zum 10-jährigen Jubiläum ereignet. Doch außer ein paar Beulen in den Brummis ist nichts passiert. Das spricht für die Sicherheitsvorkehrungen in den Renn-Lkw. Auch in den letzten zehn Jahren sind ihre Crashs auf der Rennstrecke in der Eifel immer glimpflich ausgegangen. Obwohl es schon zu so mancher "unfreundlichen Begegnung" gekommen ist, wenn die Trucks über den "Ring" rasten, gehört ihr Grand Prix zu den sichersten Motorsport-Veranstaltungen.

Bei der Deutschland-Premiere im Jahre 1985 galt das Lkw-Rennen als ein gewagtes Unternehmen. Mittlerweile hat sich das Renn-Wochenende mit den rasenden Brummis als eine Mischung aus hochklassigem Motorsport und Besuchergaudi bei Country-Musik und Rodeo fest etabliert. Über 200.000 Besucher kamen in den letzten Jahren jeweils zum Trucker-Wochenende auf den Ring. Als MAN vor einigen Jahren aus dem teuren Geschäft aussteigen wollte, gab es so heftige Proteste aus dem Kundenkreis, dass sich die Münchner zur weiteren Teilnahme entschlossen haben.

Da sich Truck-Racing zu einem wichtigen Marketing-Instrument für Lkw-Hersteller entwickelt hat, will 1996 auch DAF mit dem Rennfahrer-Profi Hans-Georg von der Marwitz einsteigen. Die Holländer planen, mit zwei Teams in der Super-Race-Truck-Klasse gegen die Konkurrenz anzutreten, die von Mercedes-Benz und MAN über Renault, die finnischen SISU und die tschechischen Liaz bis zu ZIL aus Russland reicht. Seit zwei Jahren gehen die Brummis nur noch in zwei Klassen an den Start: Die Trucks der "Race-Class", in der auch Volvo und Scania dabei sind, dürfen nur wenig von den Serienfahrzeugen abweichen und werden streng kontrolliert. In der Super-Race-Truck-Klasse ist dagegen fast alles erlaubt, was Kraft und gute Straßenlage bringt. So beschleunigen diese Brummis in weniger als 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings auf 160 km/h limitiert.

In diesem Jahr siegte auf dem Nürburgring bei den Race-Truckern in allen vier Rennen der Tscheche Martin Koloc auf SISU, der damit auch die Spitze in der Europa-Cup-Wertung dieser Klasse übernahm. In der Super-Race-Truck-Klasse konnte der Finne Harri Luostarinen ebenfalls auf SISU in der Eifel als Erster 49 Punkte kassieren. Markus Oestreich auf Mercedes-Benz machte 48 Punkte gut und schob sich hinter seinem schwedischen Markenkollegen Slim Borgudd in der Gesamtwertung auf Rang zwei.

Für die Serienfertigung sollen bei den Truckrennen Erkenntnisse darüber abfallen, wie sich Bremsen, Reifen und Triebwerke unter Extrembelastungen verhalten.

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