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Erneut Journalist in Mexiko getötet

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Bild des 2017 ermordeten Reporters Javier Valdez Bild: AFP

In Mexiko ist erneut ein Journalist gewaltsam getötet worden. Gustavo Sánchez, Redakteur eines Nachrichtenportals, wurde im südlichen Bundesstaat Oaxaca von Unbekannten erschossen, als er auf einem Motorrad unterwegs war.

In Mexiko ist erneut ein Journalist gewaltsam getötet worden. Gustavo Sánchez, Redakteur eines Nachrichtenportals, wurde am Donnerstag im südlichen Bundesstaat Oaxaca von Unbekannten erschossen, als er auf einem Motorrad unterwegs war, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Mexiko zählt nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zu den weltweit gefährlichsten Ländern für Journalisten. 

Die Website, für die Sánchez tätig war, berichtet über Aktivitäten der Polizei. Sánchez hatte im August vergangenen Jahres einen Angriff überlebt. Er habe den damaligen Anschlag der Staatsanwaltschaft gemeldet, doch habe diese den Vorfall nie untersucht, sagte die RSF-Vertreterin Blabina Flores.

Der Leichnam eines anderen Journalisten, Enrique García, wurde am Donnerstag in Zentralmexiko gefunden. Allerdings war nach Angaben von RSF zunächst unklar, ob dieser Todesfall mit Garcías journalistischer Arbeit in Verbindung stand. Anfang Mai war im nordmexikanischen Bundesstaat Sonora der Journalist Benjamín Morales ermordet worden. 

Wegen eines anderen Mordes an einem Journalisten im Jahr 2017 wurde am Donnerstag einer der Haupttäter zu einer Haftstrafe von 32 Jahren und drei Monaten verurteilt. Der Angeklagte Juan Francisco Picos Berretua war bereits in der vergangenen Woche vom Gericht schuldig befunden worden, an der Ermordung des Reporters Javier Valdez im nordwestlichen Bundesstaat Sinaloa beteiligt gewesen zu sein. 

Im Februar 2020 war bereits Heriberto Picos Barraza, genannt "El Koala", wegen seiner Beteiligung an dem Verbrechen zu 14 Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Barraza war der Fahrer von Berretua und eines weiteren Mannes, die Valdez in der Stadt Culiacán auf der Straße vor seinem Büro erschossen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stand die Tat in Zusammenhang mit der journalistischen Arbeit des Ermordeten. Dámaso López Serrano, Sohn eines Drogenbosses und mutmaßlicher Auftraggeber, war demnach erbost über die Berichterstattung. López Serrano sitzt in den USA im Gefängnis. Er weist die Vorwürfe im Fall Valdez zurück. Der im Alter von 50 Jahren ermordete Valdez hatte intensiv über die mexikanischen Drogenkartelle berichtet. Er war auch für die Nachrichtenagentur AFP tätig.

Mehr als hundert Medienschaffende wurden seit dem Jahr 2000 nach Angaben von RSF in Mexiko gewaltsam getötet. Nur ein Bruchteil der Taten wurde aufgeklärt. 

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