Außenhandel

Importpreise verzeichnen größten Anstieg seit der zweiten Ölkrise 1981

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Deutlicher Anstieg bei Importpreisen Bild: AFP

Die Importpreise sind im Juni im Vorjahresvergleich so stark gestiegen, wie zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölkrise. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) erklärte, stiegen die Importpreise im Juni 2021 im Vorjahresvergleich um 12,9 Prozent.

Die Importpreise sind im Juni im Vorjahresvergleich so stark gestiegen wie zuletzt im Oktober 1981 im Rahmen der zweiten Ölkrise. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, legten die Importpreise im Juni 2021 im Vorjahresvergleich um 12,9 Prozent zu - im Oktober 1981 waren die Importpreise im Vorjahresvergleich um 13,6 Prozent gestiegen. Bereits im April (plus 10,3 Prozent) und im Mai (11,8 Prozent) hatten sich die Importpreise deutlich verteuert.

Die starken Preisanstiege sind laut Statistikamt insbesondere auf hohe Energiepreise zurückzuführen. Energieeinfuhren waren im Juni 2021 um 88,5 Prozent teurer als im Juni 2020. Dieser starke Anstieg begründet sich auch durch den extrem niedrigen Energiepreis im Vorjahr: Aufgrund der Coronakrise war die Nachfrage nach Energieträgern im Sommer 2020 außergewöhnlich niedrig, gleichzeitig gab es einen starken Angebotsüberhang. 

Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate hatten den Statistikern zufolge im Juni 2021 Erdgas mit einem Plus von 150 Prozent und Erdöl mit einem Plus von knapp 82 Prozent. Ohne Berücksichtigung der gestiegenen Energiepreise waren die Importpreise im Juni 2021 um 7,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Auch die Preise für Vorleistungsgüter stiegen im Juni 2021 im Vorjahresvergleich deutlich an und verdoppelten sich zum Teil fast. Insbesondere Eisenerze (plus 97,4 Prozent), Rohkupfer (plus 49,9 Prozent), Kunststoff in Primärformen (plus 44 Prozent) und gesägtes und gehobeltes Holz (plus 43,9 Prozent) legten im Preis zu. Auch Nicht-Eisen-Metallerze (plus 41,5 Prozent) und Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (plus 40,9 Prozent) wurden teurer. Hauptgrund für die gestiegenen Preise bei Eisenerz und folglich bei Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen ist die weiterhin starke weltweite Nachfrage, hieß es.

Auch die Preise von Investitionsgütern stiegen im Vorjahresvergleich leicht um 0,4 Prozent an. Während Speichereinheiten und andere Datenspeicher um 7,2 Prozent günstiger importiert wurden, stiegen die Preise für Notebooks (plus 4,2 Prozent) sowie Kraftwagen und Motoren (plus 1,6 Prozent) an. Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 1,3 Prozent teurer, Gebrauchsgüter hingegen um 0,1 Prozent billiger.

Die Importpreise für landwirtschaftliche Güter stiegen im Vergleich zu Juni 2020 um 7,6 Prozent an. Insbesondere Naturkautschuk (plus 49,1 Prozent), Rohkaffee (plus 30,1 Prozent) und Getreide (plus 19,6 Prozent) verteuerten sich. Die Importpreise für lebende Schweine (minus 12,6 Prozent) und Nüsse (minus 12,5 Prozent) sanken hingegen.

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