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Facebook will für "Metaversum" 10.000 Arbeitsplätze in der EU schaffen

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Facebook-Logo Bild: AFP

Der US-Internetriese Facebook will nach eigenen Angaben in den kommenden fünf Jahren 10.000 neue Arbeitsplätze in der Europäischen Union schaffen, um die virtuelle Welt 'Metaverse' aufzubauen.

Mit der Schöpfung eines "Metaversums" will der stark unter Druck geratene US-Internetriese Facebook aus der Defensive kommen - und für den Aufbau der kollektiv nutzbaren virtuellen Welt tausende Jobs in Europa schaffen. Wie der Konzern ankündigte, sollen in den kommenden fünf Jahren 10.000 "hochqualifizierte" Arbeitsplätze in der Europäischen Union entstehen, um die virtuelle Welt "Metaverse" aufzubauen.

Dieses "Metaverse" könne dabei helfen, "neue kreative, soziale und wirtschaftliche Möglichkeiten" zu erschließen , erklärte Facebook am Montag in einem Blogeintrag. "Und die Europäer werden es von Beginn an mitgestalten." 

Die EU verfüge über eine Reihe von Vorteilen, die sie "zu einem großartigen Ort für Investitionen von Tech-Unternehmen" mache, lobte Facebook den europäischen Staatenverbund weiter. Zu diesen Vorzügen gehörten "ein großer Verbrauchermarkt, erstklassige Universitäten" sowie hochtalentierte Arbeitskräfte.

Zuletzt hatte Facebook massiv mit Negativschlagzeilen zu kämpfen: Neben einer aufsehenerregenden technischen Panne mit einem stundenlangen Ausfall der Website und der zum Konzern gehörenden Dienste Instagram und Whatsapp sah sich der Technologie-Riese vor allem nach Enthüllungen der ehemaligen Facebook-Managerin Frances Haugen einem Sturm der Entrüstung ausgesetzt.

Haugen hatte insbesondere den Vorwurf erhoben, dass der Konzern, der sein Geld mit möglichst maßgeschneiderter Werbung verdient, Profiinteressen über den Datenschutz seiner Nutzer stelle. Vor dem US-Kongress hatte sie Anfang Oktober deshalb eine strengere Regulierung gefordert und vor schädlichen Auswirkungen von Facebook-Produkten auf Kinder und die Demokratie gewarnt; EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sah sich daraufhin in seinen Plänen bestärkt, das US-Onlinenetzwerk auch in Europa stärker zu regulieren. 

Die US-Zeitung "Washington Post" hatte angesichts des zunehmenden Gegenwinds für Facebook bereits im vergangenen Monat die Vermutung aufgestellt, dass Facebooks "Metaverse"-Interesse "Teil eines größeres Vorstoßes" sein könne, um "den Ruf der Firma bei politischen Entscheidungsträgern" wieder aufzubessern und Facebook mit Blick auf eine künftige Regulierung neu aufzustellen.

Zugleich sieht Facebook-Chef Mark Zuckerberg bereits seit längerem großes Potenzial in gemeinsam erlebbaren virtuellen Welten und predigt vom "Metaversum" als Anbruch einer neuen Tech-Ära. Ende Juli hatte Facebook angekündigt, ein Expertenteam an der Erschaffung der virtuellen Welt arbeiten zu lassen und hervorgehoben, dass sich Nutzer dort nicht nur treffen, sondern auch Geld ausgeben, Medien konsumieren und möglicherweise sogar arbeiten könnten.

Neben Facebook, das sich bereits 2014 den Virtual-Reality-Brillen Hersteller Oculus gekauft hatte, arbeiten derzeit auch andere Unternehmen an ihrer eigenen Version eines Metaversums - darunter der "Fortnite"-Entwickler Epic-Games, der bereits Stars wie Popdiva Ariana Grande oder Rapper Travis Scott in seiner Videospielwelt auftreten ließ. 

Der Begriff "Metaversum", ein zusammengesetztes Wort aus Universum und der Vorsilbe Meta, die hierbei für eine andere Ebene steht, wurde 1992 vom Science-Fiction-Autor Neal Stephenson geprägt. In seinem Buch "Snow Crash", das im Silicon Valley teils Kultstatus genießt, können die Protagonisten dank virtueller Realität in einer digitalen Welt gemeinsam interagieren. Denkbar sind hierbei eine Vielzahl von Funktionen.

Facebook verwies in dem Blogeintrag vom Montag indes darauf, dass das "Metaversum" nicht in den Händen einer einzelnen Firma liegen werde. "Wie beim Internet werden seine Schlüsselfunktionen seine Offenheit und seine Interoperabilität sein", erklärte der Konzern.

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