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Drei Polizisten bei Protesten von Islamistenpartei in Pakistan erschossen

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Protest der TLP-Anhänger Bild: AFP

Anhänger der verbotenen radikalislamischen Partei Tehree-e-Labbaik (TLP) in Pakistan haben bei einer Demonstration in der Metropole Lahore drei Polizisten getötet. 'Sie haben mit Kalaschnikows das Feuer auf die Polizei eröffnet', sagte Innenminister Scheich Raschid Ahmad.

Anhänger der verbotenen radikalislamischen Partei Tehree-e-Labbaik (TLP) in Pakistan haben bei einer Demonstration in der Metropole Lahore drei Polizisten getötet. "Sie haben mit Kalaschnikows das Feuer auf die Polizei eröffnet", sagte Innenminister Scheich Raschid Ahmad am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Islamabad. Demnach wurden rund 70 weitere Beamte verletzt, acht davon lebensgefährlich.

Die TLP warf der Polizei ihrerseits vor, in die Menge geschossen und vier ihrer Anhänger getötet zu haben. Die Polizei in der Provinz Punjab, deren Hauptstadt Lahore ist, bestritt den Einsatz von Gummigeschossen oder scharfen Schusswaffen. "Wir haben keine solchen Waffen gegen sie eingesetzt", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Berichte über getötete Demonstranten wollte er nicht kommentieren.

Die pakistanische Regierung hat die TLP als "terroristische" Vereinigung eingestuft und verbieten lassen. Im Zuge des Parteiverbots war im April der TLP-Vorsitzende Saad Rizvi festgenommen worden. Seitdem kommt es immer wieder zu Kundgebungen, auf denen die Islamisten Rizvis Freilassung fordern.

Die Partei steht außerdem an der Spitze massiver anti-französischer Demonstrationen. Auslöser dafür waren Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im vergangenen Jahr, der sich unter anderem deutlich zur Meinungsfreiheit bekannt und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen verteidigt hatte.

Von vielen Muslimen werden die Karikaturen als blasphemisch empfunden. Wegen der teils gewaltsamen Proteste hatte die französische Botschaft Anfang des Jahres ihre Bürger zum Verlassen des Landes aufgerufen.

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