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Facebook-Mutterkonzern Meta erleidet ersten Umsatzrückgang seiner Geschichte

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Logo von Meta Bild: AFP

Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat erstmals in seiner Geschichte einen Umsatzrückgang erlitten. Die Einnahmen gingen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um einen Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar zurück.

Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat erstmals in seiner Geschichte einen Umsatzrückgang erlitten. Im zweiten Quartal von April bis Juni verringerte sich die Summe im Vorjahresvergleich um ein Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar (28,3 Milliarden Euro). Der Gewinn brach um 36 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar ein. Es ist der erste Umsatzrückgang für den Online-Riesen seit seinem Börsengang im Jahr 2012, damals noch unter dem Namen Facebook. 

Das Online-Netzwerk Facebook verlor den Angaben zufolge zwei Millionen monatliche Nutzer - die Zahl lag damit bei 2,93 Milliarden Menschen weltweit im zweiten Quartal. Entgegen der Erwartungen von Analysten konnte Facebook die Zahl der täglichen Nutzer jedoch auf 1,97 Milliarden steigern. Insgesamt besuchten im zweiten Quartal weltweit 3,65 Milliarden Menschen jeden Monat mindestens eine der vier Plattformen des Konzerns, also Facebook, Instagram, Whatsapp oder Messenger.

Meta leidet aber unter der Konkurrenz der Videoplattform Tiktok und unter den derzeitigen Turbulenzen der Weltwirtschaft. "Dies ist eine Zeit, die mehr Intensität erfordert, und ich erwarte, dass wir mehr erreichen mit weniger Ressourcen", sagte Konzernchef Mark Zuckerberg. Er will das Investitionstempo verlangsamen, unter anderem durch die "Verringerung des Personalwachstums im kommenden Jahr". Meta hat weltweit fast 84.000 Mitarbeiter, 32 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Konzern setzt mittlerweile, angelehnt an seinen Konkurrenten Tiktok, verstärkt auf kurze Videos, die den Nutzern mithilfe eines leistungsstarken Algorithmus empfohlen werden. Zuckerberg erklärte, dass derzeit rund 15 Prozent der Inhalte, die von Facebook- und Instagramnutzern gesehen werden, von Empfehlungen des Algorithmus stammen. Diese Zahlen dürften sich bis zum Jahresende "mindestens verdoppeln", sagte er.

Analystin Debra Aho Williamson von Insider Intelligence erklärte: "Der Rückgang des Quartalsumsatzes im Jahresvergleich zeigt, wie schnell Metas Geschäft sich verschlechtert hat." Die gute Nachricht, "wenn wir das so nennen können", sei, dass die Wettbewerber bei digitaler Werbung ebenfalls eine Verlangsamung erleben.

Die großen Onlineplattformen leiden außerdem unter den Änderungen von Apple an seiner Datenschutzpolitik. Diese Änderungen haben den Spielraum für die Personalisierung von Werbung eingeschränkt. So meldete die Google-Mutter Alphabet am Dienstag ein schwaches Umsatzwachstum. Der Snapchat-Betreiber Snap gab vergangene Woche einen hohen Quartalsverlust bekannt. 

Analystin Williamson erklärte, Meta müsse sich wieder auf seine "Grundlagen" konzentrieren. Zuckerberg sieht die Zukunft des Internets im sogenannten Metaversum, virtuellen Welten, in denen die Nutzer mittels Avataren arbeiten, spielen und kommunizieren. Deshalb nannte er Facebook im Oktober in Meta um. 

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