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Brüssel will Schäden durch Künstliche Intelligenz absichern

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Eine Lieferdrohne in den USA Bild: AFP

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Wer haftet künftig bei Unfällen mit Lieferdrohnen oder bei Defekten durch "smarte" Systeme im Eigenheim? Die EU-Kommission hat am Mittwoch in Brüssel Vorschläge gemacht, um Bürger bei Schäden durch Künstliche Intelligenz (KI) besser abzusichern. Damit sollen Opfer leichter eine Entschädigung erhalten.

Konkret will die EU-Kommission die fast 40 Jahre alten Vorschriften zur Produkthaftung an das digitale Zeitalter anpassen. Damit sollen bei Schäden durch Produkte oder Dienste mit Künstlicher Intelligenz künftig dieselben Schutzstandards gelten wie bei herkömmlichen Produkten. Neue Technologien wie etwa Drohnen oder mit Künstlicher Intelligenz betriebene Zustelldienste könnten "nur funktionieren, wenn sich die Verbraucher sicher und geschützt fühlen", erklärte EU-Justizkommissar Didier Reynders.

Unter anderem soll der Hersteller-Begriff erweitert werden, um auch Entwickler fehlerhafter Software zu erfassen. Der Richtlinienvorschlag geht nun an das Europaparlament und die Mitgliedstaaten.

Die Ausschuss-Vorsitzende für Binnenmarkt und Verbraucherschutz im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne), begrüßte die Pläne. Dennoch werde es weiter "eine große Anstrengung erfordern, um tatsächlich Schadenersatz zugesprochen zu bekommen", warnte sie. Denn die Verbraucher müssten grundsätzlich weiter den Beweis erbringen, dass ein Schaden und das fehlerhafte Produkt in Zusammenhang stünden.

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