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Negativpreis "Goldener Zaunpfahl" geht an Bibi & Tina-App

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Der Negativpreis "Goldener Zaunpfahl", der Geschlechterklischees in der Werbung und bei Produkten anprangert, geht in diesem Jahr an die Bibi & Tina-App "Reiterferien". In der App des Unternehmens Blue Ocean Entertainment sind Jungs nicht vorgesehen. Der Negativpreis wurde am Montagabend verliehen, wie die Initiative "Goldener Zaunpfahl" mitteilte. In der Jury saß auch eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern. 

In der Begründung sagten drei 15- und 16-Jährige aus der Jury: "Man darf uns etwas mehr Eigenverantwortung bei der Gestaltung und Auswahl unserer Avatare zutrauen. Warum kann man nicht seinen Charakter frei gestalten und so im Spiel auch Stereotype und Rollenklischees ganz einfach selbst umwandeln, wenn es die Erwachsenenwelt schon nicht schafft?" 

Die Jury hatte unter 200 Einreichungen sieben Kandidaten für den Preis ausgewählt, darunter etwa ein Anzeigenmotiv von Tempo, in dem eine Astronautin im Weltall fürs Wäschewaschen zuständig ist, oder ein Werbespot von Rügenwalder Mühle, in dem Dinos weggeräumt und Superhelden rosa übermalt werden, weil sich die Geburt eines Mädchen ankündigt.  

Ziel des Negativpreises ist laut dem Verein Klische*esc, "einen gesellschaftlichen Dialog zu initiieren über die einschränkende Wirkung von Werbung und Produktdesign insbesondere auf Kinder und ihr Grundrecht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit; einen Austausch über Verantwortung und persönliche Freiheit, über Vielfalt und Identität". 

Der Negativpreis wurde bereits zum sechsten Mal verliehen. Dieses Jahr war er erstmals dotiert: Die Initiative bietet einen kostenlosen Vortrag mit dem Titel "Der Pay Gap beginnt im Kinderzimmer - Wie Gendermarketing den Fachkräftemangel verstärkt" an.

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