Justiz

Drei Jahre nach Tod eines jungen Mannes in Nantes sollen zwei Beamte vor Gericht

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Porträt von Steve Bild: AFP

Gut drei Jahre nach dem Tod eines jungen Mannes im Zuge eines Polizeieinsatzes im westfranzösischen Nantes soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft zwei Beamten der Prozess gemacht werden.

Gut drei Jahre nach dem Tod eines jungen Mannes im Zuge eines Polizeieinsatzes im westfranzösischen Nantes soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft zwei Beamten der Prozess gemacht werden. Ein Kommissar und ein Unterpräfekt sollen sich wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Der 24 Jahre alte Steve Maia Caniço war 2019 während eines Polizeieinsatzes mit Tränengas am Rande eines Musikfestes in den frühen Morgenstunden in die Loire gestürzt. Seine Leiche wurde erst Wochen später geborgen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fiel Maia Caniço zwei Minuten nach Einsatz des Tränengases in den Fluss. Sieben weitere Menschen fielen ebenfalls in den Fluss. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizeikommissar Grégoire C. vor, unangemessene Mittel eingesetzt zu haben, darunter 33 Tränengasgranaten. Dem Unterpräfekten Johann M. wird vorgeworfen, das Loire-Ufer während des Musikfestes nicht durch einen Zaun abgesperrt zu haben. 

Die Staatsanwaltschaft empfahl hingegen die Einstellung der Ermittlungen gegen die Bürgermeisterin von Nantes, Johanna Rolland, die zum Zeitpunkt des Geschehens für die Sicherheit zuständig gewesen war. 

Der Fall des jungen Mannes hatte in Frankreich ein großes Echo ausgelöst. "Wo ist Steve?" und "Wer hat Steve getötet?" war auf zahlreichen Spruchbändern und T-Shirts von Demonstranten zu lesen, bevor die Leiche des jungen Mannes geborgen wurde.

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