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Zwei Klimaaktivisten in den USA nach Protestaktion in Museum in U-Haft

  • AFP
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  • 27. Mai 2023, 14:42 Uhr
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Aufnahme der Gruppe Declare Emergency nach der Protestaktion Bild: AFP

In den USA sind zwei Klimaaktivisten wegen einer Protestaktion in einem Kunstmuseum in Untersuchungshaft genommen worden. Sie hatten im April in der Hauptstadt Washington die Vitrine und den Sockel einer Degas-Skulptur mit Farbe beschmiert.

In den USA sind zwei Klimaaktivisten wegen einer Protestaktion in einer Kunstmuseum in der Hauptstadt Washington am Freitag in Untersuchungshaft genommen worden. Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft wird ihnen Verschwörung zur Begehung einer Straftat gegen die Vereinigten Staaten und Schädigung eines Museums vorgeworfen. Die beiden Aktivisten im Alter von jeweils 53 Jahren - ein Mann und eine Frau - hatten sich den Angaben zufolge zuvor den Behörden gestellt.

Die beiden hatten im April in der National Gallery of Art die Vitrine und den Sockel der Skulptur "Kleine 14-jährige Tänzerin" des französischen Künstlers Edgar Degas mit Farbe beschmiert. Durch die Attacke entstand laut Staatsanwaltschaft ein Schaden in Höhe von 2400 Dollar (2200 Euro), für dessen Beseitigung das Werk zehn Tage aus der Ausstellung genommen werden musste. 

Den beiden Aktivisten drohen für jedes dieser Vergehen jeweils bis zu fünf Jahre Haft, außerdem könnten sie mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 250.000 Dollar sanktioniert werden. Martin stellte sich den Behörden im US-Bundesstaat North Carolina, Smith in Washington selbst. 

Zu der Aktion im April bekannte sich eine Gruppe mit dem Namen Declare Emergency (Notstand ausrufen), die nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft auch Straßen im Großraum Washington blockiert hat, um die Aufmerksamkeit auf den Klimawandel zu lenken. Bei der Attacke auf die Degas-Skulptur handelte es sich um eine der ersten Protestaktionen dieser Art in Nordamerika. Die Aktion wurde von der "Washington Post" gefilmt. 

"Unsere Anführer müssen ernste Maßnahmen unternehmen, uns die Wahrheit darüber sagen, was mit dem Klima passiert", sagte Smith in dem Video, am Fuße der Statue sitzend, die Hände voller Farbe. 

Klimaaktivisten hatten im vergangenen Jahr vor allem in Europa mit Attacken auf Kunstwerke auf sich aufmerksam gemacht. Sie klebten sich in Madrid an einem Gemälde von Francisco de Goya fest, kippten in London Tomatensuppe auf die "Sonnenblumen" von Vincent van Gogh und schmierten Kartoffelbrei auf ein Meisterwerk von Claude Monet in Potsdam. 

Dabei entstanden allerdings nur kleinere Schäden, etwa an den Rahmen der Gemälde, da Kunstwerke im Wert dutzender Millionen Euro zumeist verglast sind. 

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