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DGB: Report Gute Arbeit zeigt Defizite der Arbeitgeber bei Belastungsvermeidung

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Yasmin Fahimi Bild: AFP

Von den körperlich und psychisch besonders stark belasteten Beschäftigten in Deutschland gehen nur sieben Prozent davon aus, ihren Job bis zur Rente durchhalten zu können. Das sei ein 'Warnsignal', erklärte DGB-Chefin Yasmin Fahimi.

Von den körperlich und psychisch besonders stark belasteten Beschäftigten in Deutschland gehen nur sieben Prozent davon aus, ihren Job bis zur Rente durchhalten zu können. Das sei ein "Warnsignal", erklärte die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Yasmin Fahimi, am Dienstag anlässlich der Ergebnisse der jährlichen DGB-Beschäftigtenbefragung "Gute Arbeit". Diese zeigt laut DGB "große Defizite" bei betrieblichen Maßnahmen zur Reduzierung der gesundheitlichen Belastungen.

In der repräsentativen Umfrage gaben nur 39 Prozent der Beschäftigten, die mehreren körperlichen oder psychischen Belastungen ausgesetzt sind, einen guten Gesundheitszustand an. Der DGB umschrieb die Belastungsarten mit körperlich schwerer Arbeit, Lärm, Zeitdruck und Konflikten. Wer sich nicht oder kaum davon belastet fühlte, fühlte sich auch häufiger gesund: 71 Prozent der Befragten gaben hier einen guten Gesundheitszustand an. Außerdem konnten sich in dieser Gruppe 75 Prozent vorstellen, den Job bis zur Rente zu machen.

Von wirksamen Maßnahmen des Arbeitgebers zur Reduzierung der Belastung berichtete in dem Report nur eine Minderheit, wie der DGB ausführte: Bei den Beschäftigten mit körperlich schwerer Arbeit waren es 27 Prozent, beim Arbeiten unter Zeitdruck 14 Prozent, bei Lärm 20 Prozent und bei Konflikten 16 Prozent.

Außerdem gaben in der Umfrage nur 38 Prozent der Befragten an, dass in den vergangenen zwei Jahren in ihrem Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung stattfand - dazu ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet. Zudem wurde demnach nur bei 47 Prozent der Beurteilungen arbeitsbedingter Stress berücksichtigt.

"Arbeit darf nicht krank machen", erklärte Fahimi. Wertschätzung gegenüber Beschäftigten zeige sich auch in der Wertschätzung ihrer Gesundheit. Die Unternehmen müssten ihren gesetzlichen Pflichten im Arbeitsschutz nachkommen.

Für die diesjährige Studie wurden bundesweit 6266 zufällig ausgewählte Beschäftigte aller Branchen, Berufe, Einkommens- und Altersgruppen, Regionen und Betriebsgrößen befragt. Die Befragung fand von Januar bis April statt.

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