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Iran verwehrt Nobelpreisträgerin Mohammadi Teilnahme an Beerdigung ihres Vaters

  • AFP
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  • 29. Februar 2024, 17:37 Uhr
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Projektion eines Porträts von Narges Mohammadi in Oslo Bild: AFP

Iranische Behörden haben der inhaftierten iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi die Teilnahme an der Beerdigung ihres Vaters versagt.

Iranische Behörden haben der inhaftierten iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi die Teilnahme an der Beerdigung ihres Vaters untersagt. Es sei ihr "nicht erlaubt worden, an der Zeremonie teilzunehmen und sich von ihrem Vater zu verabschieden", erklärte Mohammadis Familie am Donnerstag. Ihr Vater, Karim Mohammadi, war in dieser Woche gestorben und am Donnerstag in der Stadt Sandschan nordwestlich von Teheran beerdigt worden. 

Der 90-Jährige hatte seine Tochter seit fast zwei Jahren nicht gesehen. Seit drei Monaten hatten beide wegen Haftverschärfungen für Mohammadi auch nicht mehr telefoniert, wie die Familie mitteilte. Selbst am Tag seines Todes sei der Tochter nicht erlaubt worden, ihre Familie anzurufen. 

Die 51-jährige Mohammadi war im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Kopftuchzwang sowie gegen die Todesstrafe im Iran. Deswegen wurde sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten wiederholt inhaftiert. Seit November 2021 ist sie wegen mutmaßlicher Propaganda gegen den Staat im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Haft.

Seit sie im Gefängnis sitzt wurden ihr eine Reihe zusätzlicher Strafen aufgebrummt. Nach Angaben der Familie summieren sich Strafen inzwischen auf zwölf Jahre und drei Monate Haft, 154 Peitschenhiebe, zwei Jahre Exil sowie zahlreiche politische und soziale Einschränkungen. 

Trotz allem hat Mohammadi ihren Aktivismus nicht aufgegeben. In einem am Donnerstag in der französischen Zeitung "Le Monde" veröffentlichten Interview sagte sie: "Das iranische Volk hat dieses Regime abgehakt." Sie denke, dass "die Menschen bei der nächsten Möglichkeit auf die Straße zurückkehren werden". 

Zum ersten Mal seit den Massenprotesten im Iran im Jahr 2022 finden am Freitag Wahlen in dem Land statt. Mehr als 61 Millionen Menschen sind aufgerufen, ein neues Parlament und den nur aus Geistlichen bestehenden sogenannten Expertenrat zu wählen.

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