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Studie: China baut mehr Anlagen für Wind- und Solarenergie als der Rest der Welt zusammen

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Solaranlage in der chinesischen Provinz Guizhou Bild: AFP

China baut einer Studie zufolge fast doppelt so viele Kapazitäten im Bereich der Wind- und Solarenergie auf wie alle anderen Länder zusammen. In der Volksrepublik befinden sich derzeit Anlagen mit einer Gesamtleistung von 339 Gigawatt Kapazität im Bau, wie die NGO Global Energy Monitor mitteilte.

China baut einer Studie zufolge fast doppelt so viele Kapazitäten im Bereich der Wind- und Solarenergie auf wie alle anderen Länder der Welt zusammen. In der Volksrepublik sind derzeit Anlagen mit einer Gesamtleistung von 339 Gigawatt Kapazität im Bau, wie die Nichtregierungsorganisation Global Energy Monitor (GEM) am Donnerstag mitteilte. Das ist deutlich mehr, als in Deutschland insgesamt zur Verfügung steht.

In China entfallen laut Studie 159 Gigawatt auf neue Windkraftanlagen und 180 Gigawatt auf die Solarenergie. Hinter China folgen demnach mit weitem Abstand die USA (40 Gigawatt Gesamtleistung), Brasilien (13 Gigawatt), Großbritannien (zehn Gigawatt) und Spanien (neun Gigawatt).

Die Leistung aller im Bau befindlichen Anlagen könnte GEM zufolge noch deutlich höher sein. Die Studie umfasse nur Solarparks mit einer Leistung von mindestens 20 Megawatt und Windparks mit zehn Megawatt. Kleinere Projekte fallen demnach aus der Bewertung heraus.

China hat den GEM-Angaben zufolge für ein Drittel der bisher angekündigten neuen Wind- und Solaranlagen den ersten Spatenstich gesetzt - weltweit seien dagegen im Durchschnitt nur sieben Prozent der geplanten Baumaßnahmen angelaufen.

Zum Vergleich der Größenordnungen: In Deutschland hatten nach Regierungsangaben alle bis Ende 2023 in Betrieb genommenen Solaranlagen zusammen eine Leistung von gut 82 Gigawatt. Bei der Windenergie betrug die Leistung der Anlagen auf Land Ende 2023 laut Bundesverband Windenergie (BWE) rund 61 Gigawatt, hinzu kommen Windparks auf dem Meer mit knapp 8,5 Gigawatt Leistung. 

Bei den Solaranlagen lief der Zubau zuletzt gut: Im vergangenen Jahr wurden laut Bundesregierung über eine Million neue Anlagen mit einer Leistung von 14,6 Gigawatt installiert - fast doppelt so viele wie 2022. Damit könnten rechnerisch rund vier Millionen Haushalte versorgt werden.

Bis Ende dieses Jahrzehnts soll die Solarenergie hierzulande 215 Gigawatt Leistung zur Stromversorgung beisteuern. Ziel für dieses Jahr sind 12,5 Gigawatt, von denen laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bis Ende Mai dieses Jahres bereits fast die Hälfte erreicht wurde.

Schleppender läuft der Ausbau im Bereich der Windkraft. Bislang gingen in diesem Jahr neue Anlagen mit einer Leistung von 1,3 Gigawatt in Betrieb, weitere drei Gigawatt sind einer Schätzung der Fachagentur Wind- und Solarenergie zufolge noch möglich. Um die Ziele von 115 Gigawatt bis 2030 zu erreichen, wäre deutlich mehr nötig.

In China betrug die Leistung aller Wind- und Solaranlagen im Betrieb Ende des ersten Quartals 2024 laut GEM rund 758 Gigawatt. Diese beiden Energieträger liefern 37 Prozent des Stroms der Volksrepublik, das war ein Anstieg um acht Prozent verglichen mit 2022. China plant derzeit zudem weitere Megaparks für Wind- und Solarenergie, die eine Leistung von 503 Gigawatt haben und zwischen 2025 und 2030 ans Netz gehen sollen.

Bislang ist die Volksrepublik aber weiterhin der größte Emittent von klimaschädlichen Treibhausgasen. Derzeit setzt das Land weiterhin im großen Maß auf Kohlekraftwerke, um die steigende Stromnachfrage zu decken. Laut der GEM-Studie wird die kombinierte Wind- und Solarenergiekapazität in China in diesem Jahr jedoch die Stromerzeugung durch Kohle übertreffen. Die Volksrepublik hat angekündigt, von 2030 an ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren und bis 2060 klimaneutral zu sein. 

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