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Merkel appelliert an andere Parteien: Nicht indirekt über AfD definieren

  • AFP
  • In POLITIK
  • 18. Mai 2026, 15:22 Uhr
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Merkel auf der Republica Bild: AFP

Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den demokratischen Parteien vor dem Hintergrund des Erstarkens der AfD geraten, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. 'Was ich ganz wichtig finde ist, sich nicht immer indirekt über die AfD zu definieren.'

Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den demokratischen Parteien vor dem Hintergrund des Erstarkens der AfD dazu geraten, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. "Was ich ganz wichtig finde ist, sich nicht immer indirekt über die AfD zu definieren", sagte sie am Montag beim WDR-Europaforum auf der Digitalkonferenz Republica. Stattdessen gehe es darum, zu sagen: "Was ist eigentlich unser Plan für dieses Land?"

Nach der anstehenden Wahl unter anderem in Sachsen-Anhalt befragt, wo die AfD derzeit vorn liegt, sagte Merkel bei der Veranstaltung in Berlin, auch sie verfolge die Umfragen. "Aber wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht sozusagen Ergebnisse schon vorwegnehmen, die gar nicht eingetreten sind." Wer nicht möchte, dass die AfD stark werde und sie selbst gehöre dazu, "der muss etwas dagegen tun".

Zugleich übte Merkel scharfe Kritik am Auftreten der in Teilen rechtsextremen Partei. Es gehe nicht, dass die AfD "versucht zu definieren, wer das Volk ist", sagte sie in dem Gespräch. "Jeder deutsche Staatsbürger ist das Volk und da gibt es niemanden, der einteilen darf, du bist Volk und du bist Elite", ergänzte sie. "Ich bin Volk und Sie alle sind Volk und wir sind gemeinsam Volk." Jede deutsche Staatsbürgerin und jeder deutsche Staatsbürger habe die gleichen Rechte und Pflichten "und gehört zum deutschen Volk".

Danach befragt, weshalb die AfD und auch die Linke so gut bei jungen Menschen ankomme, sagte die Altkanzlerin beim WDR Europaforum, das liege sicherlich auch am "Auftritt in den heutigen Medien" und der Mediennutzung. Auch die Wahrnehmung von Politik habe sich bei den jungen Menschen verändert. Über Veränderungen und Reformen müsse "mit der jungen Generation" gesprochen werden.

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