Indien

Rubio hält Ankündigung zu Iran-Vereinbarung noch am Sonntag für möglich

  • AFP
  • In POLITIK
  • 24. Mai 2026, 14:18 Uhr
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Rubio in Neu-Delhi Bild: AFP

Im Iran-Krieg gibt es wieder Hoffnung auf eine Verhandlungslösung zwischen dem Iran und den USA: US-Außenminister Rubio stellte die Ankündigung einer mögliche Vereinbarung noch am Sonntag in Aussicht.

Im Iran-Krieg gibt es wieder Hoffnung auf eine Verhandlungslösung zwischen dem Iran und den USA: US-Außenminister Marco Rubio stellte die Verkündung einer möglichen Vereinbarung noch am Sonntag in Aussicht. Nach Angaben aus Teheran soll das umstrittene Atomprogramm des Landes allerdings zunächst ausgeklammert werden.

Im Iran-Krieg gilt seit Anfang April eine fragile Waffenruhe. Gespräche über eine dauerhafte Friedenslösung führten bislang nicht zu einer Einigung. Zentrale Streitpunkte sind der künftige Status der vom Iran blockierten Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm.

Am Sonntag nährte Rubio bei einem Besuch in Indien die Hoffnung auf eine Vereinbarung: "Ich glaube schon, dass vielleicht die Möglichkeit besteht, dass die Welt in den kommenden Stunden ein paar gute Nachrichten erhält", sagte der US-Außenminister in Neu Delhi. Seinen Angaben zufolge zeichnete sich im Streit um die vom Iran blockierte Straße von Hormus eine Einigung ab, die den US-Forderungen entgegenkommen würde.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, eine Vereinbarung mit dem Iran sei "weitgehend ausgehandelt", müsse aber noch endgültig fertiggestellt werden. Dazu gehöre auch eine Wiederöffnung der Straße von Hormus. 

Washington und Teheran kämen einer Vereinbarung "deutlich näher", sagte Trump zudem im US-Sender CBS. Gleichzeitig drohte der US-Präsident mit heftigen Angriffen, sollte es keine Einigung geben. Kurz zuvor hatte er die Erwartungen noch gedämpft: Die Chancen auf ein Abkommen stünden bei "50 zu 50", sagte er dem Nachrichtenportal "Axios".

"Axios" hatte zuvor berichtet, Trump habe bei einer Sitzung mit seinen Sicherheitsberatern zu neuen Angriffen auf den Iran tendiert. Der Präsident selbst hatte mit Blick auf den Iran-Krieg angekündigt, wegen der "Umstände" über das Feiertagswochenende in Washington zu bleiben und nicht an der Hochzeit seines ältesten Sohnes Donald Trump Jr. teilzunehmen.

Rubio sagte in Neu Delhi, mit einem Abkommen werde ein "Prozess begonnen, der uns schließlich dort hinbringen wird, wohin der Präsident will, und das ist eine Welt, die sich nicht mehr vor einem Iran mit Atomwaffen fürchten oder darum sorgen muss".

Der iranische Außenministeriumssprecher Esmaeil Bakaei hatte am Samstag im Staatsfernsehen gesagt, Teheran stehe kurz vor der Fertigstellung eines 14 Punkte-Plans für eine Einigung mit den USA. Auf der Grundlage dieses Plans sollten innerhalb von 30 bis 60 Tagen weitere Details besprochen und schließlich eine "abschließende Vereinbarung" getroffen werden. Über das Atomprogramm soll demnach nach Ablauf der 60 Tage in "getrennten Gesprächen" verhandelt werden.

Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, stimmte Washington zu, einen Teil der im Ausland eingefrorenen iranischen Gelder freizugeben, Sanktionen gegen den Iran vorläufig aufzuheben und die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine zu beenden. Im Gegenzug habe der Iran angeboten, die Schifffahrt in der Straße von Hormus auf "Vorkriegsniveau" und "unter iranischer Verwaltung" zu ermöglichen.

Staats- und Regierungschefs aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Ägypten, Jordanien und Bahrain sowie Vertreter aus der Türkei und Pakistan telefonierten am Samstag mit Trump, um über den Stand der Verhandlungen zu sprechen.

Pakistan, das bereits zuvor zwischen dem Iran und den USA vermittelt hatte, geht nun davon aus, "sehr bald" eine neue Gesprächsrunde auszurichten, wie Regierungschef Shehbaz Sharif am Sonntag verkündete. Seinen Angaben zufolge nahm Pakistans Armeechef Asim Munir, der am Freitag und Samstag den Iran besucht hatte, an der Telefonschalte mit Trump teil. Trump teilte mit, ein gesondertes Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu sei "sehr gut verlaufen".

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