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Nach dem Fährunglück vor Zypern werden die 20 Vermissten in dem gesunkenen Schiffswrack vermutet. "Wir nehmen an, dass sie sich im Inneren des Schiffes befinden", erklärte Nordzyperns Regierungschef Ünal Üstel am Mittwoch. Das Wrack der Fähre liegt in 550 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund.
Die Fähre mit 267 Menschen an Bord war am Sonntag auf dem Weg in die Türkei vor der Küste Nordzyperns gekentert und gesunken, kurz nachdem sie den nordzyprischen Hafen Kyrenia verlassen hatte. Bislang wurden die Leichen von acht Passagieren geborgen, 239 Menschen konnten gerettet werden.
Inzwischen sind zwei türkische Marineschiffe an der Unglücksstelle eingetroffen. Sie sind unter anderem mit Unterwasserdrohnen ausgestattet, die Tiefen von bis zu 1000 Metern erreichen können. Nach der Ortung des Wracks sollen sie die Umgebung des Wracks kartieren, wie Üstel der türkischen Nachrichtenagentur DHA sagte.
Zur Unglücksursache wurden bisher keine Angaben gemacht. Der Kapitän und acht weitere Verdächtige wurden am Montag wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung in Untersuchungshaft genommen. Der Kapitän gab der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge bei der Gerichtsanhörung an, starke Wellen hätten den Bug des Schiffes beschädigt.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im Süden der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.