Jugendliche können durch ein elektronisches Patienten-Portal von den Eltern unabhängig ihre Gesundheitsversorgung überprüfen.
Jugendliche befinden sich in einer Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsenen-Dasein. Sie streben nach Unabhängigkeit, was natürlich auch im Gesundheitsbereich zutrifft. Damit jugendliche Patienten von ihren Eltern unabhängiger ihre Gesundheit managen können, arbeiten Forscher derzeit an Konzepten für ein Online-Portal mit dieser speziellen Aufgabe. Die Portale sollen Patienten zwischen 12 und 18 Jahren einen privaten Zugang anbieten. Daneben erhalten aber auch die Eltern einen separaten Account zum Portal, damit auch sie vergleichbar aufgeklärt sind.
Die Forscher von der Universität von Florida haben ihr Projekt im "Journal of Adolescent Health" veröffentlicht. "Unsere traditionellen Kommunikationswege sind für Jugendliche unzureichend. Wir brauchen einen besseren Weg, um Jugendliche zu erreichen, vor allem, wenn die Vertraulichkeit wichtig ist," schildert Prof. Dr. Lindsay A. Thompson. In der Testphase haben sich die Heranwachsenden sehr für ihre Labortests, Medikationen und weitere Informationen rund um die Erkrankungen interessiert und diese auch online nachverfolgt. Der Unterschied zum Benutzungsumfang der Eltern war dabei nur ein wenig geringer.
Das elektronische Patientenportal eignet sich gut für Jugendliche, die Wert auf Vertraulichkeit legen. Beispielsweise bei der Übermittlung von Testergebnissen, etwa von sexuell übertragbaren Krankheiten. Jugendliche, die bei den Eltern oder Erziehungsberechtigten leben, gewinnen dadurch wertvolle Diskretion. Weiterhin wird das Portal als Lernerfahrung gewertet, wobei Jugendliche sich schrittweise daran gewöhnen, sich eigenständig um ihre Gesundheitsversorgung zu kümmern.
"Ich glaube, eines der größten Hindernisse für den Übergang in die Erwachsenenmedizin ist herauszufinden, wie und wo man Vorsorgeuntersuchungen erhalten kann. Junge Erwachsene gehen nicht so oft zur Vorsorge, wie sie sollten, und dies könnte ein moderner Ansatz verbessern," so Thompson.