Diagnose

Atemluft verrät Krankheiten

  • In GESUNDHEIT
  • 12. Juli 2016, 13:30 Uhr
  • Rudolf Huber/mp
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mp Groß-Gerau - Dieses unscheinbare Gerät soll mithilfe der ausgeatmeten Luft eines Patienten Krankheiten aufdecken. Eberhardt/Universität Ulm

Der Atem des Menschen verrät viel mehr als das, was er kürzlich gegessen oder getrunken hat. Dank einer neuen Analysemethode, die Ulmer Forscher entwickelt haben, lassen sich mithilfe der ausgeatmeten Luft Krankheiten diagnostizieren - sogar solche, die noch gar nicht ausgebrochen sind.

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Der Atem des Menschen verrät viel mehr als das, was er kürzlich gegessen oder getrunken hat. Dank einer neuen Analysemethode, die Ulmer Forscher entwickelt haben, lassen sich mithilfe der ausgeatmeten Luft Krankheiten diagnostizieren - sogar solche, die noch gar nicht ausgebrochen sind.

"Bitte kräftig hier reinpusten!" Diese Aufforderung wird wohl künftig nicht nur bei Verkehrkontrollen zu hören sein. Bald schon könnte das Verfahren zur Atemgasanalytik bei der Anamnese flächendeckend das Blutbild ergänzen. Professor Boris Mizaikoff, Leiter des Instituts für Analytische und Bioanalytische Chemie (IABC): "Der Stoffwechsel des Körpers wird in der Zusammensetzung der Atemluft reflektiert. Anhand winzigster Moleküle, die sich bei körperlichen Erkrankungen verändern, lassen sich nicht nur Krankheiten der Lunge, sondern auch der Leber, der Nieren sowie beispielsweise Brustkrebs in einem - mehr oder weniger - frühen Stadium diagnostizieren."

Bisher war diese Methode für normale Arztpraxen viel zu teuer. Deshalb entwickelt Mizaikoff gemeinsam mit spezialisierten Unternehmen eine neue, kostengünstige Messmethode, die den Nachweis mehrerer Spurengase gleichzeitig in kleinen Luftproben ermöglicht. Für ihre neue Technik wurden die Ulmer jetzt von der britischen Royal Society of Chemistry ausgezeichnet.

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