Gesundheit

Früh gelernt: Der Burnout

  • Steve Schmit/mp
  • In GESUNDHEIT
  • 3. August 2016, 11:41 Uhr

Stress, Frustration, Erschöpfung. Die Diagnose lautet heutzutage öfters: Burnout, das niederschlagende Gefühl, ausgebrannt zu sein. Forscher haben jetzt neue Zusammenhänge aufgedeckt, dieeine Anfälligkeit für Burnout mit der Kindheit verknüpfen.


Stress, Frustration, Erschöpfung. Die Diagnose lautet heutzutage öfters: Burnout, das niederschlagende Gefühl, ausgebrannt zu sein. Forscher haben jetzt neue Zusammenhänge aufgedeckt, die eine Anfälligkeit für Burnout mit der Kindheit verknüpfen. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass schlechte Bindungserfahrungen in der Kindheit zu einem erhöhten Burnout-Risiko führen. Davon betroffen sind also Menschen, die in ihrer Kindheit keine stabilen Bindungen knüpfen konnten oder Verluste erleben mussten, die nicht verarbeitet wurden.

Die Forscher um Wolfgang Söllner von der Nürnberger Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie untersuchten dazu eine Gruppe von 50 Patienten. "Die Burnout-Patienten wiesen eine deutlich höhere Bindungsunsicherheit auf als die Teilnehmer der gesunden Vergleichsgruppe", erklärt Studienautor Söllner. Der psychologische Hintergrund der Teilnehmer, besonders die Bindungs-Erfahrungen, hallt bis in ihr Erwachsenenalter nach. Demnach versuchen die Betroffenen, ihre nicht erfüllten Bedürfnisse aus der Kindheit in aktuellen (Arbeits-)Beziehungen auszuleben.

Ähnlich verhält es sich mit erlebten und nicht verarbeiteten Verlusten. Diese Ängste werden auf aktuelle Verhältnisse übertragen. Die Schwierigkeiten bei der Bewältigung negativer Emotionen begünstigen dann vermutlich die Entstehung eines Burnouts, so die Schlussfolgerung der Forschungsgruppe. Diese Erkenntnis soll künftig dabei helfen, Burnout-Patienten gezielter zu therapieren. Grob zusammengefasst heißt das: Klare Zielvorgaben, und Konfliktlösungsansätze zum einen werden für einen gezielten Behandlungsplan gepaart mit der Verarbeitung von Emotionen und Bindungen des Patienten. Die Studiendetails sind nachzulesen im Fachmagazin "PPmP·Psychotherapie·Psychosomatik·Medizinische Psychologie" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2016).

STARTSEITE