Gesundheit

Multiple Sklerose: Schon auf kleinste Zeichen achten

  • Steve Schmit/mp
  • In GESUNDHEIT
  • 11. August 2016, 17:38 Uhr
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mp Groß-Gerau - Die Forschung ist bemüht, bedrohliche Erkrankungen wie MS in den Griff zu bekommen. DarkoStojanovic / pixabay.com / CC0

Je eher eine Krankheit erkannt wird, desto besser. Gerade bei schwerwiegenden Krankheiten wie Multiple Sklerose kann in frühen Stadien wirksam behandelt werden. Dazu müssen aber Betroffene bereits die frühesten Anzeichen der Krankheit erkennen.


Je eher eine Krankheit erkannt wird, desto besser. Gerade bei schwerwiegenden Krankheiten wie Multiple Sklerose kann in frühen Stadien wirksam behandelt werden. Dazu müssen aber Betroffene bereits die frühesten Anzeichen der Krankheit erkennen. Wer Symptome von Taubheit, eingeschränktem Sehvermögen, Kraftminderung oder Gleichgewichtsstörungen verspürt, sollte diese nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dass eine möglichst frühe Therapie den Ausbruch der nicht heilbaren Krankheit verzögern oder vielleicht sogar verhindern kann, hat jetzt ein Forscherteam der Universität und des Universitätsspitals Basel bei einer Langzeitstudie festgestellt.

Die Gruppe um den Studienleiter Prof. Ludwig Kappos, Chefarzt Neurologie des Universitätsspitals Basel (USB) hat 468 Personen mit ersten verdächtigen MS-Symptomen in einer Langzeitstudie begleitet. Bei ihnen konnte noch keine zweifelsfreie MS-Diagnose gestellt werden. Ihnen wurde dann nach einem Zufallsprinzip innerhalb von maximal 60 Tagen ab Beginn der Symptome entweder das Medikament "Interferon beta-1b" oder ein Placebo verabreicht.

Nachdem bis zu zwei Jahre später bei den Patienten ein weiterer Schub MS diagnostiziert wurde, erhielt auch die Placebo-Gruppe Interferon beta-1b oder ein vergleichbares Medikament. 11 Jahre nach dem Beginn der Studie verblieben 287 Teilnehmer. Davon gehörten 167 Personen zur Gruppe mit früher Therapie und 111 Personen zur Gruppe mit verzögerter Therapie. Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei den Teilnehmern aus der ersten Gruppe eine um 33 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit bestand, an MS zu erkranken, als bei der Vergleichsgruppe. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Neurology" der American Academy of Neurology publiziert und versprechen bessere Behandlungschancen für Betroffene.

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