Jugend

Geistige Getränke schädigen junge Hirne

  • In GESUNDHEIT
  • 9. August 2017, 16:35 Uhr
  • Lars Wallerang/mp
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mp Groß-Gerau - Wer als Heranwachsender regelmäßig viel Alkohol trinkt, kann seinem Gehirn nachhaltig Schaden zufügen. Concord90 / pixabay.com

Das Gehirn junger Menschen reagiert besonders empfindlich auf Alkohol. Das geht aus einer neuen Testuntersuchung hervor. Darum warnen Neurophysiologen vor übermäßigem Alkoholkonsum gerade im jugendlichen Alter.

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Das Gehirn junger Menschen reagiert besonders empfindlich auf Alkohol. Das geht aus einer neuen Testuntersuchung hervor. Darum warnen Neurophysiologen vor übermäßigem Alkoholkonsum gerade im jugendlichen Alter. In Tests, die Aufmerksamkeit oder Impulskontrolle erfordern, schneiden sie schlechter ab als ihre Altersgenossen, die wenig bis gar keinen Alkohol zu sich nehmen.

Junge Leute schauen gelegentlich etwas tiefer ins Glas: In einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gaben 13,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen an, sich im letzten Monat mindestens einmal in den Rausch getrunken zu haben. Bei den 18- bis 25-Jährigen waren es 40 Prozent der Männer und jede fünfte Frau. "Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen reift das Gehirn noch, vor allem in den Regionen, die die sozialen Kompetenzen steuern", erklärt Professor Dr. med. Otto Witte, 1. Sekretär der DGKN. Wer in dieser wichtigen Entwicklungsphase regelmäßig viel Alkohol trinkt, könne seinem Gehirn nachhaltig Schaden zufügen.

Mit Hilfe einer speziellen Tomografie haben Forscher die Gehirne von trinkenden und abstinenten Jugendlichen miteinander verglichen. Als starker Trinker galt dabei, wer mindestens vier alkoholische Getränke innerhalb von zwei Stunden konsumierte. Untersucht wurden außerdem Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, Gedächtnis, Lernfähigkeit und der Abhängigkeitsgrad der Teilnehmer. Ergebnis: Das Gesamtvolumen der Großhirnrinde und des Kleinhirns war bei den trinkenden Jugendlichen geringer. Sie hatten weniger weiße Substanz als die Nichttrinker. Ihre Hirnzellen waren also weniger stark miteinander vernetzt.

Jugendliche, die sich öfters berauschen, reagierten öfter impulsiv und zeigten eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne als Altersgenossen, die nur wenig Alkohol tranken. Sie schnitten außerdem schlechter ab, wenn es darum ging, neue Vokabeln zu lernen. Mädchen und junge Frauen, die regelmäßig tranken, taten sich schwerer beim räumlichen Denken.

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