Fahrbericht

Opel Insignia: Das Flaggschiff bringt Hightech für alle

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mid Groß-Gerau - Opels runderneuertes Flaggschiff Insignia gibt im Test nicht nur optisch eine gute Figur ab. Jürgen Strein

Größer, leichter, mit mutigem Design, elektronischer Vollausstattung und absolut konkurrenzfähigem Preis: Die zweite Generation des Opel Insignia spricht in der Mittelklasse ein gewichtiges Wort mit.

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Größer, leichter, mit mutigem Design, elektronischer Vollausstattung und absolut konkurrenzfähigem Preis: Die zweite Generation des Opel Insignia spricht in der Mittelklasse ein gewichtiges Wort mit. Vor vier Jahren stellten die Opel-Entwickler auf der IAA das Konzeptfahrzeug Monza Concept vor - ihre Vision davon, wie sich die Autos der Marke in der Zukunft präsentieren und positionieren sollen. Nun ist im Juni 2017 die zweite Generation des Insignia zu den Händlern gerollt - und das Opel-Flaggschiff bringt erstaunlich viele Design- und Technik-Ideen der Studie von 2013 auf die Straße. Vieles am und im Insignia Grand Sport - der getesteten Limousine - und dem Kombi "Sports Tourer" ist neu, von der Fahrzeugarchitektur über die Motoren bis hin zu Kleinigkeiten wie dem eleganter gestalteten Blitz im Logo.

Auf den ersten Blick könnte der Grand Sport als großes Coupé durchgehen: Der neue Insignia ist länger (4,90 Meter), breiter (2,01 Meter) und niedriger (1,46 Meter) als das Vorgängermodell und hat einen um fast zehn Zentimeter längeren Radstand. Vorne strecken die schmalen Scheinwerfer das Fahrzeug optisch in die Breite; die Seitenlinie wird von den kühnen Einbuchtungen im Türbereich und der lange abfallenden Dachpartie geprägt, das Heck von klaren Kanten und den schlanken LED-Rückleuchten. Mit einem cW-Wert von 0,26 gehört der Grand Sport außerdem zu den aerodynamischen Musterschülern der Mittelklasse.

Trotz der Coupé-Architektur: Der Grand Sport ist eine Limousine mit hoher Praxistauglichkeit, wie der Test beweist. Mitfahrer im Fond steigen bequem ein, haben reichlich Platz und auch die Größeren stoßen nicht am Fahrzeughimmel an. Und mit einem Kofferraumvolumen von 490 Liter - bei umgeklappten Rückenlehnen bis zu 1.450 Liter - lassen sich im Grand Sport auch größere Einkäufe bequem verstauen.

Den Fahrer empfängt ein übersichtlich gestaltetes Armaturenbrett, von dem aus er die vielen Assistenz- und Infotainment-Angebote ohne großes Rätselraten bedienen kann. Entweder über dezente Schalter oder über den Touchscreen des IntelliLink-Systems, das Navi, Smartphone, Radio/CD und Fahrerinfos vernetzt. Die Liste der elektronischen Unterstützer ist lang, das Opel-Flaggschiff ist quasi vollgepackt mit Hightech für alle. Einen der zahlreichen Helfer - vom Spurhalte-Assistenten bis zum adaptiven Geschwindigkeitsregler und zur Rückfahrkamera - hat der Fahrer immer im Auge: das Head-Up-Display, das die Geschwindigkeit, Tempolimits und die Navi-Vorschläge in die Windschutzscheibe projiziert.

Einen Mittelweg zwischen Limousine und Coupé haben die Opel-Entwickler bei den Fahreigenschaften gewählt. Nicht zu hart, aber auch nicht schwammig ausgelegt, schluckt das Fahrwerk des Insignia die meisten Unebenheiten klaglos. Bei schnellen Kurvenfahrten war er im Test nicht aus der Ruhe zu bringen, nur die Lenkung könnte direkter sein.

Herzstück des getesteten Fahrzeugs ist ein neu konstruierter 1.5-Liter-Turbobenziner. Der Vierzylinder mit Direkteinspritzung und geringem Hubraum ist vergleichsweise sparsam: Die getestete 165-PS-Version - darunter rangiert noch eine 140-PS-Variante - verbraucht laut Norm 5,7 Liter Super auf 100 Kilometer (136 g/km CO2). Im Praxistest waren es dann 6,9 Liter, immer noch ein respektabler Wert für ein Auto dieser Größe. Zumal das Aggregat den 1.441 Kilogramm schweren Grand Sport in 8,9 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis auf 225 km/h beschleunigt. In dieser Konfiguration kommt der Fahrer beim Überholen nicht ins Schwitzen, sondern zieht ganz souverän vorbei. Am meisten Freude aber macht der Motor durch seine Laufruhe beim Cruisen im sechsten Gang.

Als weitere Motorisierungen stehen ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 260 PS und zwei Diesel mit 1,6 Liter und 2,0 Liter Hubraum in drei Leistungsstufen mit 110, 136 und 170 PS zur Auswahl. Statt Sechsgang-Schaltgetriebe kann man sich für 2.000 Euro Aufpreis auch von einer Sechsstufen-Automatik verwöhnen lassen.

Opel hat den Insignia Grand Sport - und den 1.000 Euro teureren Kombi - in fünf Ausstattungs-Varianten auf den Markt gebracht. Die Selection-Variante mit kleinem Benziner gibt es schon für 25.940 Euro. In der Exclusive-Variante mit Schaltgetriebe muss der Käufer mindestens 35.140 Euro anlegen - dann sind die meisten Assistenzsysteme schon serienmäßig an Bord. Zusätzliches Geld kann man trotzdem ausgeben. Denn Opel startet mit dem neuen Insignia ins "Exclusive"-Zeitalter: Der Käufer muss beim Lack nicht unbedingt aus dem Dutzend Standardfarben auswählen, sondern kann sich sein Auto in der Farbe seines Hundes oder des Lippenstifts seiner Frau bestellen. Preise dafür sind noch nicht bekannt, aber: Billig wird das sicher nicht.

Jürgen Strein / mid

Daten Opel Insignia Grand Sport 1.5 T:
Viertürige Mittelklasse-Limousine, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,90/1,94/1,46/2,83, Kofferraumvolumen: 490 bis 1.450 l, Leergewicht: 1.441 kg, max. Zuladung: 574 kg, Tankinhalt: 62 l, Preis: 29.695Euro.
Antrieb: Vierzylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, Hubraum: 1.490 ccm, Leistung: 121 kW/165 PS bei 5.600/min, max. Drehmoment: 250 Nm bei 2.000/min, Sechsgang-Schaltgetriebe, Beschleunigung: 0-100 km/h: 8,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h, Normverbrauch: 5,7 l Super/100 km, CO2-Emission: 136 g/km, Testverbrauch: 6,9 l Super/100 km.

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