Fahrbericht

Bei Mitsubishi bewegt sich was

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mid Barcelona - Frisches Gesicht statt konservativem Auftritt: Ein X aus reichlich Chrom verleiht dem Mitsubishi Eclipse Cross einen unverwechselbaren Auftritt. Mitsubishi

Lange mussten wir auf ein neues Mitsubishi-Modell warten. Jetzt ist es soweit: Mit dem schnuckligen Coupé-SUV Eclipse Cross rollt ein emotional gestylter Wagen vor, der sich keck zwischen ASX und Outlander zwängt.

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Überspitzt gesagt sind Präsentationen neuer Modelle bei Mitsubishi ähnlich selten wie Thronbesteigungen im englischen Königshaus. Das passt eigentlich überhaupt nicht zu dieser japanischen Marke, die in der Vergangenheit oft als sehr innovativ aufgetreten ist. Zum Beispiel preschte Mitsubishi mit dem ersten Benziner mit Direkteinspritzung und dem ersten in Großserie gefertigten Elektroauto der Neuzeit nach vorn. In den vergangenen Jahren bewegte sich allerdings sehr wenig - nach dem SpaceStar war erst einmal für fünf Jahre Schluss. Das ändert sich nun mit dem neuen Eclipse Cross schlagartig. Mitsubishi meldet sich mit einem schnuckeligen Coupé-SUV zurück.

Der Neuling schiebt sich in die Lücke zwischen dem ASX und dem Outlander, entfernt sich allerdings vom eher konservativen Design dieser beiden Modelle. Die Frontpartie im "Dynamic Shield" Design lässt schemenhaft ein verchromtes X erkennen, die Seitenlinie soll die Muskeln eines startenden Rennläufers symbolisieren, während das kräftige Heck mit horizontal geteilter Scheibe und zwei nicht gerade unauffälligen Spoilern mit seiner optischen Wirkung sicher beim potenziellen Käufer polarisieren wird. Um der Farbe "Dynamik-Rot" eine spezielle Leuchtkraft und Tiefe zu geben, setzt Mitsubishi eine aufwändige Fünfschicht-Lackierung ein.

Der Innenraum wirkt dank wertiger Materialien und nachgiebiger Oberflächenstruktur gediegen. Schalter und Hebel sind überwiegend so platziert, dass eine intuitive Bedienung möglich ist. Die beiden großen Rundinstrumente für Tacho und Drehzahlmesser mit schwarzen Skalen, weißen Ziffern und roten beleuchteten Zeigern sind an Klarheit kaum zu überbieten. Wenn sich der Kunde nicht gerade für die Basisausführung entscheidet, kann er sich auch über das Head-up-Display freuen, das ihm wichtige Infos wie das Tempo oder Navigationshinweise in eine Plexiglasscheibe einspiegelt, die auf dem Instrumententräger - also genau in Blickrichtung auf die Straße - aufgepflanzt ist. Ebenfalls sehr angenehm: Ein Touchpad auf der Mittelkonsole, über das die Apps gesteuert werden können, die auf dem 7-Zoll-Display (nicht in der Basisversion) in Armaturenbrettmitte aufgereiht sind, sowie Audiofunktionen

Auf einer Länge von 4,41 Metern bietet der Eclipse Cross ausreichenden Platz für die Insassen. Selbst die Hinterbänkler müssen nicht darben. Wer nur zu zweit aber mit reichlich Gepäck unterwegs ist, kann die Rücksitzbank um bis zu 20 Zentimeter nach vorn schieben und gewinnt so 107 Liter mehr Frachtraum, der im Normalfall 378 Liter offeriert und durch Umlegen der Rücksitzbank (40:60 geteilt) bis auf 1.159 l aufgeblasen werden kann. Die in Richtung sportlich konturierten Vordersitze mit abgeschrägten Seitenwangen bieten einen brauchbaren Kompromiss zwischen gutem Seitenhalt bei flotten Kurvenpassagen sowie Reisekomfort auf der längeren Strecke.

Auf dem deutschen Markt startet der Eclipse Cross zunächst nur mit dem neu entwickelten 1,5-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, der 120 kW/163 PS leistet. Das maximale Drehmoment liegt ab 1.800 und bis 4.500 U/min an, was drehzahlschonendes Fahren im hohen Gang ermöglicht. Das Schalten wurde uns bei der ersten Probefahrt im Topmodell vom CVT-Getriebe abgenommen. Obwohl das Getriebe stufenlos tätig sein kann, wurden definierte Schaltstufen für Gangwechsel einprogrammiert: So konnte der Charakter einer Heulsuse, der Autos mit stufenlosen CVT-Getrieben häufig eigen ist, deutlich reduziert werden. Im Prospekt ist der Verbrauch zwar mit 7.0 Liter auf 100 Kilometer angegeben, jedoch sieht die Praxis etwas anders aus. Nur mit Mühe konnten wir einen Durchschnitt von unter 10 Liter mit der Allradvariante realisieren. Die sicher sparsamere Basisversion mit 6-Gang-Schaltgetriebe und Frontantrieb war bei der Präsentation nicht verfügbar. Den Eclipse mit 2.2-Liter-Dieselmotor und Achtgang-Wandlerautomatik wird Mitsubishi erst in der zweiten Jahreshälfte 2018 nachreichen.

Das Fahrwerk des Eclipse Cross liefert einen vernünftigen Kompromiss zwischen sportlichem Auftreten und Komfort. Der Allradantrieb passt sich den Fahrbahnbedingungen automatisch an und verteilt je nach Bedarf die Kraft auf Vorder- und Hinterachse. Mit einem Wählschalter auf der Mittelkonsole kann der Fahrer zusätzlich zur Stellung "Auto" noch die Bereiche "Snow" und "Gravel" anwählen, um auf Schnee oder Schotter die optimalen Traktionswerte zu erzielen.

Bei der Preisgestaltung spreizt Mitsubishi die Spanne weit auf: während der Eclipse Cross Basis mit Schaltgetriebe und Frontantrieb schon für 21.990 Euro zum Kunden rollt, muss er für den "TOP" bereits 34.980 Euro blechen. Für das optionale Glasdach sind 1.000 Euro Aufpreis fällig, für das Navigationssystem MMCS 400 Euro und für die Premium Metallic Farbe Dynamik Rot 890 Euro. Künftig werden die zeitlichen Zwischenräume zwischen den Modellvorstellungen bei Mitsubishi wohl merklich schrumpfen, denn die Marke gehört nun zum Verbund von Nissan und Renault. Bei der Nutzung markenübergreifender Plattformen ist sogar ein Pkw der unteren Mittelklasse denkbar - noch bevor die britische Queen abdankt.

Klaus Brieter / mid

Technische Daten Mitsubishi Eclipse Cross:
Viertüriges Coupé-SUV der unteren Mittelklasse, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.405/1.805/1.685/2.670, Leergewicht: 1.909-1.971 kg, Zuladung: 354-416 kg, Kofferraumvolumen: 359 - 1.140 l.
Antrieb: 4-Zylinder-Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung, Hubraum 1.499 ccm, Leistung: 120 kW/163 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment: 250 Nm bei 1.800 - 4.500 U/min, 0-100 km/h: 9,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, CVT-Automatikgetriebe, Allradantrieb, Normverbrauch: 7,0 l Super/100km, CO2-Ausstoß: 159 g/km, Preis: 34.890 Euro.

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