Abfallwirtschaft

Stromerzeugung aus dem Abwasser

  • In UNTERNEHMEN
  • 8. Mai 2018, 11:24 Uhr
  • Rudolf Huber/wid
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wid Groß-Gerau - Die im Abwasser enthaltene Energie könnte Klärwerke in naher Zukunft zu Stromlieferanten machen. PellissierJP / Pixabay.com / CC0

Stromproduktion mal ganz anders: Unbehandeltes Abwasser ist kein Abfall, sondern ein wertvoller Energieträger. Denn die darin enthaltenen organischen Stoffe tragen so viel chemische Energie in sich, dass sich damit die bisher in der Abwasserbehandlung verbrauchte Energiemenge nur nicht komplett kompensieren lässt.


Stromproduktion mal ganz anders: Unbehandeltes Abwasser ist kein Abfall, sondern ein wertvoller Energieträger. Denn die darin enthaltenen organischen Stoffe tragen so viel chemische Energie in sich, dass sich damit die bisher in der Abwasserbehandlung verbrauchte Energiemenge nur nicht komplett kompensieren lässt.

Um nachzuweisen, dass Kläranlagen keine Energievernichter sein müssen, sondern sogar Energieproduzenten sein können, absolvierte das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) zusammen mit europäischen Partnern aus Industrie und Forschung das dreijährige Forschungsprojekt Powerstep. Ausgangsbasis: Aktuell werden allein in Deutschland jährlich rund 4.400 Gigawattstunden Strom für die Abwasserreinigung verwendet. Das ist immerhin die Hälfte der Jahresproduktion eines großen Kraftwerks. Dabei haben die enthaltenen organischen Stoffe so viel chemische Energie, dass sich durch den Einsatz innovativer Technologien die bisher im Reinigungsprozess benötigte Energie komplett kompensieren ließe.

Im Rahmen der Studie testete das Kompetenzzentrum deshalb erstmals ein neues Konzept der Abwasserreinigung in einem Klärwerk in Sachsen. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass kommunales Abwasser tatsächlich als Energiequelle nutzbar ist und damit einen Beitrag zur Realisierung der Energiewende in Deutschland leisten kann. In Zukunft sei mit neuen Technologien sogar ein Energieüberschuss von mehr als 70 Prozent möglich, so die Experten.

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