Gesundheit

Mit Chinesen Alzheimer auf der Spur

  • In GESUNDHEIT
  • 29. Juni 2018, 13:44 Uhr
  • Lars Wallerang/mp
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mp Groß-Gerau - Die Volkskrankheit Alzheimer ist medizinisch noch immer nicht ganz im Griff. geralt/pixabay.com

Die Nerven-Erkrankung Alzheimer ist noch nicht vollständig erforscht. Nun kooperieren Wissenschaftler der Universität des Saarlandes mit einem chinesischen Genomik-Unternehmen.


Die Nerven-Erkrankung Alzheimer ist noch nicht vollständig erforscht. Nun kooperieren Wissenschaftler der Universität des Saarlandes mit einem chinesischen Genomik-Unternehmen. Um den schrittweisen Abbau von Nervenzellen rechtzeitig erkennen zu können und den Weg für die Heilung von Demenz zu ebnen, erforschen Wissenschaftler das Potenzial kleiner nicht-kodierender RNAs, die im Genom die Genexpression regulieren.

Ribonukleinsäure (RNA) ist Träger der Erbinformation und damit die materielle Basis der Gene. Die Saar-Uni kooperiert mit dem chinesischen Unternehmen BGI, einem der größten Zentren für Genomsequenzierung weltweit, um die Relevanz solcher RNAs für Neurodegeneration und Altern zu entschlüsseln.

"Ziel ist es, nicht nur die Rolle von nicht-kodierenden RNAs bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson zu erforschen, sondern auch ein allgemeines Verständnis zu entwickeln: Wie wirken sich kleine RNAs auf das Altern aus? Und wie können wir unser Wissen zu nicht-kodierenden RNAs anwenden, um das Altern gesünder zu gestalten?", erklärt Professor Andreas Keller, Sprecher des Zentrums für Bioinformatik an der Universität des Saarlandes und Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Bioinformatik.

Durch die Kooperation soll BGI detailliertes Wissen über Hochdurchsatz-Sequenzierung vermittelt werden. "Aus technischer Sicht sind die von BGI entwickelten Geräte für diese Aufgabe bestens geeignet, da sie nicht auf die Vermehrung von DNA-Abschnitten angewiesen sind", erklärt Keller einen der Vorteile der vom chinesischen Unternehmen entwickelten BGISEQ-Technologie.

Die Universität des Saarlandes erforscht bereits kleine nicht-kodierende RNAs (microRNAs) bei der Parkinson-Krankheit. In einem gemeinsamen Projekt mit Professor Rejko Krüger vom Luxemburger Zentrum für Systembiomedizin wird das internationale Forscherteam über zwei Millionen Dollar für die Analyse von miRNA-Profilen von Parkinson-Patienten und -Probanden investieren, um die Entwicklung der erkrankten Personen im Zeitverlauf zu verfolgen und neue therapeutische Strategien zu entwickeln.

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