Gesundheit

Speisepilze haben giftige Doppelgänger

  • In GESUNDHEIT
  • 4. Oktober 2018, 16:15 Uhr
  • Ralf Loweg/mp
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mp Groß-Gerau - Nicht alle Pilze sind zum Verzehr geeignet. Im Zweifelsfall heißt es: Finger weg! Wort & Bild Verlag - Apotheken Umschau

Pilze sind schmackhaft und ergänzen zahlreiche Essensgerichte perfekt. Doch die leicht schwammigen Dinger sind manchmal auch mit Vorsicht zu genießen. Treten nach einer Pilzmahlzeit Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf, besteht Handlungsbedarf.


Pilze sind schmackhaft und ergänzen zahlreiche Essensgerichte perfekt. Doch die leicht schwammigen Dinger sind manchmal auch mit Vorsicht zu genießen. Treten nach einer Pilzmahlzeit Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf, besteht Handlungsbedarf - auch wenn seit dem Essen etliche Stunden vergangenen sind. Denn die Symptome einer Pilzvergiftung treten erst einige Zeit nach dem Verzehr ein, wie Professor Andreas Schaper vom Giftinformationszentrum Nord in Göttingen im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" erklärt. Beim Knollenblätterpilz beträgt die Spanne acht bis 24 Stunden.

Besteht der Verdacht auf eine Pilzvergiftung, rät der Experte, so schnell wie möglich ein Giftinformationszentrum zu kontaktieren. Sind noch Reste der fraglichen Pilz-Mahlzeit vorhanden, sollte man diese aufbewahren; gleiches gilt für Erbrochenes. "So können unsere Experten rasch analysieren, ob es sich tatsächlich um einen Giftpilz handelt, und entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagt Schaper.

Der Experte betont: "Wer Pilze sammelt, sollte sich zu 150 Prozent sicher sein." Denn die meisten Speisepilze haben einen giftigen oder ungenießbaren Doppelgänger. "Lassen Sie den betreffenden Pilz im Zweifelsfall lieber stehen", sagt auch Peter Karasch von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. "Oder Sie sammeln Ihnen unbekannte Arten in einem separaten Behälter und wenden sich an einen Sachverständigen, der ihre Funde begutachtet."

Bücher und Apps sind nur bedingt hilfreich. Sie können zwar vorhandenes Wissen ergänzen, Sammelerfahrungen ersetzen sie jedoch nicht. "Pilze verändern sich zum Beispiel mit zunehmendem Alter und sehen bei feuchter Witterung anders aus als bei Trockenheit", erklärt Karasch.

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