Schwangerschaft

Wenn Sperma in die Jahre kommt

  • Ralf Loweg/mp
  • In GESUNDHEIT
  • 18. März 2019, 15:49 Uhr
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mp Groß-Gerau - Glücksgefühle: Wenn neues Leben entsteht, werden auch Männer ganz schwach. 1041483 / pixabay.com

Da geht noch was. Das haben wir lange Zeit auch von Spermien gedacht. Doch das ist ein Trugschluss. Denn neuere Forschungen belegen: Auch männliche Keimzellen unterliegen Alterungsprozessen.


Da geht noch was. Das haben wir lange Zeit auch von Spermien gedacht. Doch das ist ein Trugschluss. Denn neuere Forschungen belegen: Auch männliche Keimzellen unterliegen Alterungsprozessen. Schlimmer noch: Studien weisen darauf hin, dass die DNA der Samenzellen über die Jahre Schaden nehmen kann. Die Folge: das Risiko von Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen des Nachwuchses.

Ebenso erleiden die Partnerinnen häufiger Komplikationen in ihrer Schwangerschaft. Die neuen Erkenntnisse, die Andrologen zur Fruchtbarkeit des älteren Mannes haben, und was dies für ältere Paare mit Kinderwunsch bedeutet, diskutieren Experten beim 62. Kongress für Endokrinologie am 20. März 2019 in Göttingen.

"Mögliche Risiken einer späten Elternschaft wurden lange Zeit hauptsächlich in Bezug auf das Alter der Frau betrachtet. Der Einfluss des Alters des Vaters wurde bislang vernachlässigt", berichtet Stefan Schlatt, Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster.

Während der lebenslange Keimzellen-Pool von Frauen, bestehend aus rund 400.000 unreifen Eizellen pro Eierstock, bereits zum Zeitpunkt der Geburt angelegt ist und ab diesem Datum altert, produzieren Männer im Laufe ihres Lebens Millionen von Spermien täglich immer wieder neu.

"Daraus leitete sich die Annahme ab, männliche Keimzellen würden nicht altern", erklärt Schlatt. Dabei würde jedoch nicht berücksichtigt, dass auch bei älteren Männern die Integrität der Spermien-DNA beeinträchtigt sein könnte, etwa durch genetische und epigenetische Veränderungen. "Das dadurch verursachte veränderte Ablesen von Genen könnte sowohl die Embryonal- als auch die Plazentaentwicklung beeinträchtigen", so Professor Schlatt.

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