Fahrbericht

Triumph Rocket 3 GT: Power-Cruiser mit Charme

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mid Groß-Gerau - Ein Power-Cruiser für jeden Tag: die Triumph Rocket 3 GT. Triumph

Die Triumph Rocket 3 ist das Serienmotorrad mit dem wohl größten Hubraum weltweit. Zudem kann sie laut Hersteller auch mit dem höchsten Drehmoment aufwarten. Der flüssigkeitsgekühlte Reihendreizylinder mit 2.458 Kubikzentimeter Hubraum liefert grandiose 221 Newtonmeter bei 4.000 U/min und 167 PS Maximalleistung bei 6.000 Touren. Die Rocket 3 GT gibt's gleich im Doppelpack als 'R' und als 'GT'. Der Motor-Informations-Dienst (mid) fuhr Letztere, den Power-Cruiser Triumph Rocket 3 GT.


Die Triumph Rocket 3 ist das Serienmotorrad mit dem wohl größten Hubraum weltweit. Zudem kann sie laut Hersteller auch mit dem höchsten Drehmoment aufwarten. Der flüssigkeitsgekühlte Reihendreizylinder mit 2.458 Kubikzentimeter Hubraum liefert grandiose 221 Newtonmeter bei 4.000 U/min und 167 PS Maximalleistung bei 6.000 Touren. Die Rocket 3 GT gibt's gleich im Doppelpack als "R" und als "GT". Der Motor-Informations-Dienst (mid) fuhr Letztere, den Power-Cruiser Triumph Rocket 3 GT.

Konkurrenten der wuchtigen Britin sind unter anderem die Harley-Davidson FXDR 114 oder die für September 2020 angekündigte BMW R18. Hinter beiden Modellen braucht sich die Triumph Rocket rein optisch nicht im geringsten zu verstecken. Der kräftige Motorblock mit den mattsilbernen  Krümmern fällt sofort auf. Der lange Radstand, die weit vorn montierten Fußrasten, ein kleiner Windschutz und ein breiter Lenker - das sieht alles gut aus. Wirkungsvoll sitzt der bullige Tank auf dem Motorblock.

Die Sitzbank für den Fahrer ist breit und bequem, der Sozius muss sich mit einem schmalen Sitzstreifen nebst Rückenlehne zufriedengeben - aber die Triumph Rocket ist sowieso eher als Solomaschine gedacht. Da sitzt "Mann" ideal und kann auf große Cruiser- oder Reisetour gehen. Auffällig ist auch die Einarm-Hinterradschwinge mit dem seitlich versetzten Federbein und dem aufwändig verzierten Kardangehäuse. Die Endrohre der Auspuffanlage sind kurz gehalten, der hintere Reifen extrabreit mit der Dimension 240/50.

Kurzer Blick zurück in die jüngere Historie, ins Jahr 2017. Da wurde die Produktion der Vorgängerin, Rocket III - drei, mit römischer anstatt arabischer Ziffer- von den Engländern eingestellt. Der Grund waren die damals neu eingeführten, strengeren Emissionsvorschriften. Triumph jedoch - ganz im Stil des britischen Understatements - bereitete eine neue Rocket vor: modern, mit bester Elektronik, neuem Fahrwerk und guter Ausstattung.

Also Platz nehmen auf dem auch für kleinere Menschen passenden, 77 Zentimeter niedrigen und bequemen Sofa-Sitz. Der Blick wandert auf das zwei Hände große, ovale Cockpit mit TFT-Display. Der Daumen drückt auf den Starterknopf und schon blubbert sie los. Der Sound entweicht über die fetten Krümmer, die rechts aus dem Motorrad wie "Bodybuilder-Arme" herausschauen und in die kurzen Endrohre - zwei rechts, eins links - übergehen. Auf dem Bürgersteig wird sich automatisch nach der Wuchtbrumme umgedreht: neidischer Blick vom Mann, lässiger Blick von der Partnerin neben ihm.

Der Fahrkomfort ist exzellent, die Kontrolle des Bikers über die Maschine beeindruckend. Dafür zuständig ist die neue, Drehmoment-unterstützte, hydraulisch betätigte und leichtgängige Kupplung der Rocket 3 GT. Ein kleiner Zug am Gasgriff lässt das schwere Bike exorbitant beschleunigen.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein Sechs-Gang-Getriebe mit schrägverzahnten Zahnrädern. Es punktet mit weichen Gangwechseln und bester Schaltbarkeit und wurde speziell auf das hohe Drehmoment des neuen Motors ausgelegt. Wie alle aktuellen Triumph-Modelle ist auch die Rocket 3 mit einem "Ride-by-Wire"-System für den Gasgriff und die Motorsteuerung ausgerüstet.
 
Auch wenn sie eher zum Cruisen gebaut ist, beherrscht sie ebenfalls die anderen Disziplinen. Sie hat einen souveränen Durchzug, kann den Zwischen- wie den Dauerspurt auf der Autobahn, kann aber auch hart aus der Kurve beschleunigen und all das trotz ihrer knapp 300 Kilogramm "Nackt-Gewicht".
 
Die Briten bieten für die Rocket ein Sicherheits- und Elektronikpaket, bei dem der Pilot auf vier Fahrmodi (Road, Rain, Rider und Sport) zurückgreifen kann. Auch mit Kurven-ABS und Traktionskontrolle ist die Maschine ausgestattet. Die vordere Bremse ist mit der hinteren verbunden. Ausgefeilte Elektronik berechnet Bremskraft und Einsatz und sorgt so für noch mehr Sicherheit.

Der Fahrspaß mit der Triumph Rocket 3 GT kostet allerdings entsprechend, denn die Maschine schluckt zwischen 6,5 und 7,5 Liter auf 100 Kilometer. Ihr Preis liegt bei 22.750 Euro. Immerhin sind unter anderem serienmäßig ein Tempomat, eine Berganfahrhilfe und sogar eine GoPro-Kamerasteuerung enthalten.

Rainer Unruh / mid

Technische Daten: Triumph Rocket 3 GT:

- Motor: Reihen-Dreizylinder, flüssigkeitsgekühlt
- Getriebe: 6-Gang
- Hubraum: 2.458 ccm
- Leistung: 123 kW/167 PS bei 6.000 U/min
- max. Drehmoment: 221 Nm bei 4.000 U/min
- Endantrieb: Kardanwelle und Winkelgetriebe
- Tankinhalt: 18 Liter
- Verbrauch: 7,0 l/100 km
- Trockengewicht: 294 kg
- Radstand: 1.677 mm
- Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h
- Preis: ab 22.750 Euro

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