Technologie

Bionische Helfer gesucht: Exoskelette sind gefragt

img
@ geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Sie vereinen die Intelligenz eines Menschen mit der Kraft einer Maschine. Exoskelette sind der Hoffnungsträger in der westlichen Arbeitswelt. Sie werden als Heilsbringer angesichts des Fachkräftemangels in immer mehr Branchen gesehen. In der Pflegebranche gibt es erste Versuche, die Pflegekräfte damit auszustatten.

Was steckt hinter der Technik und wie funktioniert sie? Welche Bedeutung können Exoskelette in der Zukunft haben? Die Fusion von Mensch und Maschine, vorgestellt in diesem Ratgeber.

Erfolgsgarant Mensch

In den letzten Jahrzehnten ist der Mensch in vielen Bereich durch Roboter und Maschinen ersetzt worden. Jeder 35. Arbeitnehmer in Deutschland ist in der Automobilbranche tätig. Das belegen Zahlen, die der Bund Naturschutz veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium. In der Vergangenheit waren es deutlich mehr Arbeitnehmer, und sie mussten körperlich schwerer arbeiten. Ersetzt wurden tausende Stellen durch Maschinen.

Aller Bestrebung zur Automatisierung von Produktionsprozessen bleibt der Mensch jedoch die einzige Konstante in allen Unternehmen. Diverse Arbeitsprozesse können nicht ausreichend automatisiert werden und benötigen den Menschen als Garanten für erfolgreiche Arbeit. Er besitzt intellektuellen und biomechanische Fähigkeiten, die nicht kopierbar sind. Exoskelette in der Industrie setzen hier an. Die biomechanischen Fähigkeiten sind begrenzt. Mit einem tragbaren Roboter, eine alternative Bezeichnung für ein Exoskelett, wird diese Fähigkeit um ein Vielfaches gestärkt.

In der Pflege erprobt

Die begrenzten biomechanischen Fähigkeiten haben einen erheblichen Nachteil. Werden sie überstrapaziert, scheidet die Arbeitskraft Mensch aus dem Berufsleben teilweise oder komplett aus. Gegen Rückenleiden hilft Osteopathie allein auch nicht, Ausfallzeiten zu minimieren. Besonders deutlich ist dieses Problem in der Gesundheitsbranche ersichtlich. In dieser Branche sind in Deutschland über fünf Millionen Menschen beschäftigt – in der Automobilindustrie sind es weniger als ein Fünftel.

Problematisch ist der Fachkräftemangel. Zu wenig Nachwuchs und hohe Ausfallzeiten aufgrund schwerer Erkrankungen tragen dazu bei. Hier könnten Exoskelette für Abhilfe sorgen. Der tragbare Roboter kann Pflegekräfte bei ihrer schweren körperlichen Arbeit unterstützen. Forschungsgruppen untersuchen, welche positiven Auswirkungen die Nutzung von Exoskeletten in der Pflege hat. Die Johannisstift Diakonie ist mit über 9.300 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Gesundheitsbranche. Pflegenotstand und Fachkräftemangel setzen dem Unternehmen bei. Exoskelette können helfen, diese Probleme zu minimieren.

Steigende Nachfrage

Aktuell in Serie gefertigte Exoskelette werden nach aktiver und passiver Nutzung unterschieden. Bei passiven Modellen ist die Konstruktion darauf auslegen, Gewicht zu verteilen und abzufedern. Die Modelle wiegen meist weniger als vier Kilogramm und stellen eine erhebliche Erleichterung für den Nutzer im Arbeitsalltag dar.
Aktive Exoskelette sind deutlich schwerer, was an der umfangreicheren Ausstattung liegt. Sie sind mit aufladbaren Batterien, Hydraulikteilen oder stärkeren Bauteilen ausgestattet. Das erhöht die Kosten, jedoch auch den Einsatzbereich erheblich.

Aktuell sind es überwiegend die passiven Modelle, bei der die Nachfrage steigt. Hoch ist die Nachfrage nicht etwa in den asiatischen und hoch entwickelten Ländern. Deutschland, Frankreich und die USA sind die Staaten mit einer hohen Nachfrage. Gleichzeitig sind es auch die Staaten, aus denen die anerkanntesten Hersteller stammen. Zudem spielen Hersteller aus Südkorea und Japan eine Rolle.

Das kleinste Exoskelett auf dem Markt wird übrigens nur über den Daumen gestülpt. Dadurch reduziert das winzige Exoskelett die mechanische Belastung auf den Daumen bei Arbeiten mit der Hand.

STARTSEITE