Fahrbericht

Nissan Juke: SUV mit Style

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mid Groß-Gerau - Auch die zweite Generation des Nissan Juke prägen das Dach im Coupe-Stil und die auffällige C-Säule mit integrierten Türgriffen. Jutta Bernhard / mid

Über die optischen Reize des Nissan Juke kann man auch in seiner zweiten Generation durchaus geteilter Meinung sein. Doch weltweit mehr als 1,5 Millionen verkaufter Exemplare geben dem Mut der Designer letztendlich recht. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich auf ausgiebigen Testfahrten von dem auffälligen SUV, das Nissan nur noch mit einer einzigen Benzinmotorisierung anbietet, ein Bild gemacht.


Über die optischen Reize des Nissan Juke kann man auch in seiner zweiten Generation durchaus geteilter Meinung sein. Doch weltweit mehr als 1,5 Millionen verkaufte Exemplare geben dem Mut der Designer letztendlich recht. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich auf ausgiebigen Testfahrten von dem auffälligen SUV, das Nissan nur noch mit einer einzigen Benzinmotorisierung anbietet, ein Bild gemacht.

Der erste Nissan Juke hatte beim Debüt vor rund zehn Jahren mit üppigen Rundungen, glubschig wirkenden Scheinwerfern und markant geschnittenem Design stark polarisiert. Die aktuelle Version präsentiert sich seit der Neuauflage 2019 deutlich gefälliger. Dem mid-Testwagen schmiegt sich das metallisch schimmernde blaue Blechkleid adrett über die geglättete Karosserie, der Blick aus den runden Scheinwerfer-Augen - erstmals mit serienmäßigem Voll-LED - wirkt freundlich und nicht mehr so exzentrisch wie früher.

Beim Versuch, mal eben das kleine Gepäck auf der Rückbank zu verstauen, sucht man die Türgriffe hinten zunächst vergeblich. Sie sind in den C-Säulen versteckt, das täuscht in Kombination mit der sanft abfallenden Dachlinie die Optik eines sportlichen zweisitzigen Coupes vor. Eine nette Idee, die durch die bis zu 19 Zoll großen Felgen und damit wirklich wuchtigen großen Räder noch unterstrichen wird.

Der Juke misst 4,21 Meter in der Länge und streckt sich auf 1,80 Meter Breite und 1,60 Meter Höhe. Dank des relativ langen Radstands bietet das SUV, das sich seine Plattform mit dem Renault Captur teilt, auch für die Passagiere auf der Rückbank reichlich Kniefreiheit, während es ihnen über dem Scheitel etwas eng wird. Bei voller Besetzung gewährt der Kofferraum bis zu 422 Liter Stauraum, ein doppelter Boden hilft, für Ordnung und Sortierung unter den Gepäckstücken zu sorgen. Die Rückbank ist im Verhältnis 40:60 umklappbar, als maximales Volumen schreibt Nissan 1.088 Liter in das Datenblatt.

Die serienmäßigen Integralsitze - in SUV-Manier leicht erhöht - bieten guten Seitenhalt. Aufgeschäumte Oberflächen auf dem Armaturenbrett um die klassischen und gut ablesbaren Rund-Instrumente herum fühlen sich angenehm an, ansonsten verwendetes Hartplastik wirkt immerhin hochwertig.

Das Infotainment-System "Nissan Connect" mit einem acht Zoll großen Farb-Touchscreen liegt gut im Blick, natürlich lässt sich das eigene Smartphone über Apple CarPlay und AndroidAuto verbinden. Eher unüblich für ein Auto dieser Klasse: Über den WLAN-Hotspot können bis zu acht verschiedene Geräte mit dem Netz gekoppelt werden.

Auf dem Ausstattungslevel N-Connecta des Testwagens ist der Juke immer online und findet auch für Sprachbefehle über den Google-Assistenten stets ein offenes Ohr. So kann man kontrollieren, ob das Auto abgeschlossen ist oder schon mal das Navigationsziel für den nächsten Tag eingeben.

Unter der Haube arbeitet der schon aus dem Micra bekannte 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder-Benziner mit 117 PS und einem Drehmoment von 180 Newtonmeter. Per Kickdown lässt es sich für 25 Sekunden sogar auf beachtliche 200 Newtonmeter steigern. Das bringt das kleine SUV mit dem nicht ganz präzise schaltenden Sechsgangschaltgetriebe binnen 10,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. In der Spitze sind 180 km/h drin.

Damit ist der ausschließlich als Fronttriebler erhältliche Juke agil genug für den Alltag im urbanen Umfeld, wobei sich der Dreizylinder nur beim strammen Beschleunigen akustisch bemerkbar macht, während er sonst erfreulich unauffällig zur Sache geht. Auf der Teststrecke wirkt der Juke besonders bei niedrigen Drehzahlen etwas träge und will fleißig geschaltet werden. Wer sich diese Arbeit lieber abnehmen lassen will, der greift alternativ zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe zum Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) mit Lenkradschaltwippen.

Wenig überraschend: Eine gemäßigte Fahrweise zahlt sich aus. Auf den Testfahrten mit einem Mix aus Stadt, Land und Autobahn genehmigt sich der Juke der zweiten Generation knapp sechs Liter je 100 Kilometer, der Hersteller verspricht 4,9 Liter/100 km. Nur bei ungezügelter Autobahnfahrt steigt der Verbrauch dann doch auch mal in die höheren Dimensionen auf mehr als sieben Liter/100 km.

Wertvolle Unterstützung bieten der intelligente Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung, ein Geschwindigkeitsassistent mit Verkehrszeichenerkennung sowie ein Spurhalte-, ein Querverkehrs- und ein Totwinkelassistent. Wegen der schlechten Sicht nach hinten ist die 360-Grad-Rückfahrkamera ein Muss, das aber erst ab der Ausstattungslinie Acenta erhältlich ist und damit der Basisvariante vorenthalten bleibt.

Solveig Grewe / mid

Technische Daten Nissan Juke

- Länge / Breite / Höhe : 4,21 / 1,80 / 1,51 Meter
- Motor : Dreizylinder
- Hubraum: 999 ccm
- Leistung: 86 kW / 117 PS
- Max. Drehmoment : 180 Nm
- Getriebe: manuelle Sechsgangschaltung
- Beschleunigung: 0 - 100 km/h in 10,4 sec.
- Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
- Normverbrauch (WLTP): 4,9 l/100 km
- CO2-Emissionen: 112 g/km
- Preis: ab 18.998,66 Euro
- Testwagen: 22.897,82 Euro

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