Panorama

Mit beschichteter Bekleidung gegen Wind und Wetter

  • Redaktion
  • In PANORAMA
  • 12. Oktober 2020
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@ ThorstenF (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Der Sommer war heiß und trocken, der Herbst bringt hoffentlich den lang ersehnten Regen. Die Natur hat ihn dringend nötig. Und der Mensch hat längst Kleidung mit wasserabweisender Beschichtung erfunden. Funktionskleidung ist nicht nur etwas für Sportler. Sie bietet jedem Schutz vor Wind und Wetter und kann noch so viel mehr.

Antihaftbeschichtung auch bei Textilien

Antihaftbeschichtung ist nicht nur etwas für Kochtöpfe und Bratpfannen, sondern eigenen sich auch für den Schutz von Textilien. Dazu wurden Spezialbeschichtungsmittel entwickelt, die Flüssigkeiten nicht nur auf Textilien abweisen. Die Antihaftbeschichtung mit Antihaftmittel eignet sich gut zur Herstellung wasserabweisender Produkte. Die Einsatzgebiete für Antihaftbeschichtung sind nahezu unbegrenzt.

Unterschiedliche Beschichtungsmethoden

Die Beschichtung von Textilien erfolgt entweder durch Ummantelung der einzelnen Faser oder der gesamten Gewebeoberfläche. Bei der Flächenbeschichtung kann das beschichtete Gewebe auch zwischen Oberstoff und Futter liegen und als Barriere dienen. Bei der Beschichtung der Fasern bleibt der Stoff atmungsaktiv, weist aber dennoch Feuchtigkeit und Schmutz gut ab. Speziell Regenjacken sind in der Regel mit Polyurethan, bekannt als „PU“, beschichtet. PU wurde 1937 von dem Chemiker Otto Bayer entdeckt und hat sich rasch verbreitet. Sein Einsatzgebiet ist vielfältig. Es dient als Wärmedämmung, kommt in Matratzen vor und in flüssiger Form auch in Farben und Lacken.

Textilien werden mit einer flüssigen PU-Beschichtung so zu sagen dauerhaft imprägniert. Die Beschichtung ist nicht nur wasserabweisend, sie macht die Kleidungsstücke auch sehr robust, sie werden haltbarer. Ein Nachteil ist das Gewicht. PU beschichtete Kleidung ist schwerer. Eine weitere Möglichkeit der Beschichtung ist die Imprägnierung mit DWR ("durable water repellent"). Der berühmte Lotus-Effekt sorgt dafür, dass die Tropfen auf der Oberfläche keinen Halt finden und einfach ablaufen. Kommen statt der Flächenbeschichtung Kunstfasern zum Einsatz, können diese aus den unterschiedlichsten Kunststoffen bestehen. Die meist aus Polyacryl, Polyester oder Polypropylen bestehenden, sehr dünnen Mikrofasern sind wasserabweisend und winddicht. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf, sondern leiten etwa Schweiß und Wärme an die nächste Textilschicht weiter.

Die Entwicklung macht vor der Textilindustrie nicht halt

Die Entwicklung neuer Materialien in der Textilindustrie verläuft ähnlich rasant wie in allen anderen Bereichen auch. Funktionskleidung der Zukunft wird von der Membrantechnologie geprägt, es werden verstärkt wasserdichte und atmungsaktive Membranstoffe zum Einsatz kommen. Die Nanotechnologie hat längst auch Einzug in der Textilindustrie gehalten. Dünne Fasern aus Polyurethan lagern sich von einer Elektrode beschleunigt an Vlies an. Die so entstehenden Poren bewegen sich im Nanometerbereich. Das macht die Membran luft- und wasserdampfdurchlässig, aber wasserdicht. Die Membranen sind atmungsaktiv und dehnbar und ideal für Leistungssport. Auch durch Nylon und Polyester erhält Funktionsbekleidung atmungsaktive Beschichtungen, die vor Wind und Regen schützen und lange haltbar sind.

Lieber auf Nummer sicher gehen

So zweckmäßig und nützlich moderne Bekleidung für Sport und den kurzen Aufenthalt im Freien auch sein mögen, die gesundheitsgefährdende Witterung in Herbst und Winter sollte man besser nicht unterschätzen. Vor einer Erkältung oder gar Grippe schützt nur ein starkes Immunsystem. Und in Zeiten von Corona sollte man sich nicht nur auf gute Funktionsbekleidung verlassen, sondern mit der Grippeschutzimpfung auf Nummer sicher gehen.

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