Lunge

COPD: Warum die Zahlen steigen

  • Rudolf Huber/mp
  • In GESUNDHEIT
  • 18. November 2020, 13:04 Uhr
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mp Groß-Gerau - Ursache der COPD ist meist das regelmäßige Einatmen von Schadstoffen - beispielsweise von Staub und Chemikalien am Arbeitsplatz. GettyImages / Natali_Mis

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Experten schätzen, dass die Zahl der Betroffenen bis 2030 von 6,8 auf 7,9 Millionen steigen wird. Am heutigen 18. November soll der Welt-COPD-Tag auf die Krankheit und die Situation der Erkrankten aufmerksam machen.


Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Experten schätzen, dass die Zahl der Betroffenen bis 2030 von 6,8 auf 7,9 Millionen steigen wird. Am heutigen 18. November soll der Welt-COPD-Tag auf die Krankheit und die Situation der Erkrankten aufmerksam machen.

Unter dem Oberbegriff COPD versteht man chronische Krankheiten der Lunge, die voranschreitend verlaufen und bei denen die Atemwege dauerhaft verengt sind. Sie sind durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot gekennzeichnet.

Ursache der COPD ist meist das regelmäßige Einatmen von Schadstoffen - beispielsweise von Staub und Chemikalien am Arbeitsplatz. Auch Rauchen ist ein Risikofaktor. Ebenso gilt ein Zusammenhang zwischen Passivrauchen und COPD als wahrscheinlich. Eingeatmete Schadstoffe reizen auf lange Sicht das Lungengewebe. Bei einer COPD kommt zu chronischen Entzündungen, die die Lunge irreparabel schädigen.

Fachleute sehen eine Reihe von Gründen dafür, dass die COPD-Zahlen in den kommenden Jahren in Deutschland und auch weltweit noch weiter ansteigen werden. Mögliche Ursachen sind die Innenraum-Luftverschmutzung in Entwicklungsländern, wie sie etwa durch das Kochen am offenen Feuer entsteht. Hinzu kommt eine in vielen Ländern steigende Zahl von Rauchern und die immer älter werdende Gesellschaft.

Im Rahmen der medikamentösen Therapie der COPD kommt in der Regel eine Inhalationstherapie zum Einsatz. Diese wird an den Schweregrad der Erkrankung angepasst. Wichtig dabei ist nicht nur die Wahl der passenden Wirkstoffe, sondern auch, dass diese beim Inhalieren in einer ausreichenden Menge in den Atemwegen ankommen - Experten sprechen dabei von der sogenannten Lungendeposition.

Seit Anfang des Jahres steht eine innovative Technologie in einem Dosier-Aerosol zur Verfügung, die dafür sorgt, dass bewährte kurz- und langwirksame Wirkstoffe zuverlässig in die Lunge transportiert werden. Hierfür werden Phospholipid-Partikel als natürliche Trägersubstanzen eingesetzt. Der Vorteil: Phospholipide sind Teil der körpereigenen Substanz, die die Innenflächen der Lungen auskleidet. Sie lösen sich daher in der Lunge vollständig auf. Dadurch können sich die an ihnen haftenden Wirkstoffe besser in den großen und kleinen Atemwegen verteilen. Auf diese Weise kommen bei der Inhalation 38 Prozent der Wirkstoffe in den Atemwegen an (gezeigt an gesunden Probanden).

COPD ist in Deutschland und in anderen Teilen der Welt unterdiagnostiziert. Studien weisen darauf hin, dass zehn bis zwölf Prozent der Erwachsenen ab 40 Jahren eine andauernde Einschränkung der allgemeinen Lungenfunktion aufweisen, davon aber nur 20 bis 30 Prozent eine COPD-Diagnose erhalten haben. Hinzu kommt, dass Asthma- und COPD-Symptome schwer zu unterschieden sind und bei einigen Patienten gleichzeitig auftreten können. Angesichts der hohen Dunkelziffer in Sachen COPD ist es daher wichtig, bei verdächtigen Symptomen einen Facharzt aufzusuchen. Auch darauf soll der Welt-COPD-Tag hinweisen.

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