Logistik

VDA-Chef Wissmann: "Innovationen statt Verbote!"

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mid Berlin - Der zweite Dekra Zukunftskongress Nutzfahrzeuge beschäftigt sich mit den Entwicklungen bei den Herstellern und Trends bei der Logistikbranche. Rudolf Huber / mid

Einen leidenschaftlichen Appell für verstärkte Anstrengungen bei der Digitalisierung und für den sauberen und modernen Diesel-Antrieb richtete Matthias Wissmann an die Teilnehmer des zweiten Dekra Zukunftskongresses Nutzfahrzeuge in Berlin. Der Chef des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) warnte die Politik vor leichtfertigen Verboten und rief dazu auf, mit allen Kräften an Zukunftstechnologien zu arbeiten.

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Einen leidenschaftlichen Appell für verstärkte Anstrengungen bei der Digitalisierung und für den sauberen und modernen Diesel-Antrieb richtete Matthias Wissmann an die Teilnehmer des zweiten Dekra Zukunftskongresses Nutzfahrzeuge in Berlin. Der Chef des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) warnte die Politik vor leichtfertigen Verboten und rief dazu auf, mit allen Kräften an modernen Technologien zu arbeiten. Das passte dann auch perfekt zum Motto der zweitägigen Veranstaltung der Dekra und des Verlags EuroTransportMedia: "Nutzfahrzeuge - effizient und vernetzt!"

Die Nutzfahrzeug-Industrie ist nach Wissmanns Worten aktuell gut aufgestellt, bei den schweren Brummern stiegen die Zulassungszahlen in den ersten neun Monaten dieses Jahres um ein Prozent auf rund 214.000 Einheiten, bei den leichten Nutzfahrzeugen verstärkte sich der dank des boomenden Online-Handels bereits 2016 deutliche Zuwachs nochmal um vier Prozent auf 1,43 Millionen Einheiten.

Deutschland spielt laut Wissmann global gesehen eine "bedeutende und hochinnovative Rolle". Die Industrie habe sich frühzeitig auf die großen Branchen- und Mobilitätstrends eingestellt. Etwa bei der Digitalisierung, die riesige Chancen biete. So sei der Anteil der Leerfahrten nach wie vor relativ hoch, die zunehmend vernetzte Logistik sorge für deutlich mehr Effizienz und geringere Emissionen. Der VDA-Präsident: "Moderne digitale Plattformen steuern Angebot und Nachfrage fast schon in Echtzeit." Und das sorge auch für einen flüssigeren Verkehr.

Der zweite große Trend ist laut Wissmann das autonome Fahren. Man sei auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren und in ferner Zukunft stehe das vollautomatisierte Fahren - bei den Nutzfahrzeugen wird etwa dem Thema Platooning, also spritsparend im Verband fahrender Brummis, hohe Bedeutung beigemessen. Doch dafür, so der VDA-Boss, brauche es den rechtlichen Rahmen und die dafür zwingend nötige Infrastruktur. Auf dem Gebiet der Digitalisierung sieht Wissmann in Deutschland aber noch erheblichen Nachholbedarf. EU-weit befinde man sich eher im Hinterfeld, das sei eine "der großen Schwächen" der Industrienation, dieser Bereich sei zu lange vernachlässigt worden.

"Die Zukunft der Nutzfahrzeuge ist vielfältig", so Matthias Wissmann zum Thema alternative Antriebe. Der Diesel werde in der Transportbranche noch sehr lange unverzichtbar bleiben. Aber es gebe auch eine ganze Reihe von weiteren Möglichkeiten - etwa E-Antrieb für leichtere Transporter oder Busse, das Thema Erdgas oder synthetisches Gas berge ebenso ein erhebliches Potenzial für eine umweltfreundliche und sogar klimaneutrale Logistik.

Staatssekretär Norbert Barthle sprach in seinem Grußwort über die große Herausforderung, das deutsche Bestandsstraßennetz fit für die Zukunft zu machen. Die rekordverdächtig hohen Investitionen aus dem Etat des Verkehrsministeriums würden zu 70 Prozent für Erhaltungsmaßnahmen verwendet - das sei schon an den vielen Baustellen im deutschen Fernstraßennetz zu erkennen.

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