Testbericht

Test: Univega Geo Light Ten - Schicke Alternative

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Der mattschwarz beschichtete Rahmen des Univega Geo Light Ten mit seinen in neongrün gehaltenen Schriftzügen sowie den entsprechend lackierten Alu-Schutzblechen erregt Aufsehen Foto: SP-X/Wolfgang Schäffer

Es gibt sie tatsächlich noch, die Fahrräder ohne E-Antrieb. Univega hat mit dem Geo Light Ten eine wirklich schicke Alternative im Angebot. Bei der Bezeichnung Trekkingrad aber, hat sich der Hersteller ziemlich weit aus dem Fenster gewagt.

Der Rahmen des Geo Light Ten von Univega ist aus Aluminum, die starre Gabel ebenfalls. Dazu 28-Zoll-Räder. Eigentlich sehr gute Voraussetzungen, um ein ebenso verwindungssteifes wie komfortables Bike auf die Straße zu stellen.

Ersteres ist auf alle Fälle gelungen. Das Gebilde aus Aluminium ist hochfest. Da geht alle Kraft, die auf die Pedale gebracht wird, direkt in Vortrieb über. Fast so, als wäre der Rahmen aus Carbon. Bei Kurvenfahrten liegt das 14,1 Kilogramm Rad entsprechend klasse in der Hand. Jede noch so kleine gewünschte Richtungsänderung wird exakt befolgt. Zudem überzeugt das Univega mit bestem Geradeauslauf.

Die Übertragung der Kraft erfolgt über einen Carbon-Zahnriemen. Um auf flachem wie bergigem Terrain in Schwung zu bleiben, ist das Geo Light mit einer Achtgang-Shimano-Alfine-Nabenschaltung ausgerüstet. Die Wechsel zwischen den Fahrstufen verlaufen weich und schnell. Und das auch, wenn die Kurbeln (Gates CDN) unter Volllast bewegt werden. Lediglich zwischen dem fünften und sechsten Gang ist der Sprung bei der Alfine ziemlich groß. Geschaltet wird mit zwei einseitig am Lenker platzierten Hebeln. Die jeweiligen Übersetzungen sind harmonisch aufeinander abgestimmt. So lässt sich immer der richtige Gang finden, um entweder auf der Ebene mit ordentlich Dampf dahinzuradeln oder aber auf ansteigendem Gelände im Tritt zu bleiben. Einen guten Abrollkomfort bieten die Contact Speed Reifen (35-622) von Continental, die auf den 28-Zoll-Concept-EX-560-Felgen aufgezogen sind.

Komfort indessen ist auch einer der Schwachpunkte des Univega Geo. Anders als viele andere Aluminium- oder auch Carbon-Rahmen ist die hier verwendete Konstruktion knallhart. Das hat zwar den Vorteil des bereits beschriebenen exakten Verhaltens in Kurven oder auf gerader Strecke. Jede noch so kleine Rippe oder Unebenheit auf dem Fahrbahnbelag aber wird ebenso direkt wie ungefiltert auf Handgelenke und Rücken übertragen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, selbst wenn man ansonsten nicht allzu viel von gefederten Gabeln oder Sattelstützen hält. Die Härte des 1.5-Rahmens schreckt vor allem davor ab, auch mal einen Weg abseits des glatten Asphalts unter die Räder zu nehmen. Das aber sollte man nun eigentlich mit einem Trekkingrad machen können, ohne lange vorher darüber nachzudenken. Mit dem Univega kann ein solcher Ausflug durchaus zur Tortour werden.

Auf der anderen Seite erregt der in diesem Fall mattschwarz beschichtete Rahmen mit seinen in neongrün gehaltenen Schriftzügen sowie den entsprechend lackierten Alu-Schutzblechen schon Aufsehen, wenn das Rad vor der Eisdiele oder dem Café steht. Ja, selbst beim Ampelstopp kann es passieren, dass die Frage nach Hersteller und Preis (die Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 999,99 Euro) von anderen Radlern gestellt wird. Das hat man sicher nicht alle Tage.

Für den Preis ist das Geo Light Ten, das in den Größen S, M, L, XL sowie mit Diamant-oder Trapezrahmen angeboten wird, unter anderem mit einer hydraulischen Shimano-Scheibenbremse (M315), dem Busch und Müller Scheinwerfer Lumotec IQ2 EYC mit Tagfahrlichtautomatik, einem Ergon SMC40 Sport Gel Sattel sowie einem Leichtlaufdynamo in der Vorderradnabe mit Schnellspanner ausgestattet. Für Standfestigkeit sorgt ein Hinterbauständer. Wer Gepäcktaschen anbringen will, kann das an einem klein geratenen aber stabil wirkenden Träger (Urban Rear Low Rider) tun. Rad, Fahrer und Gepäck sollten laut zulässigem Gesamtgewicht allerdings nicht mehr als 130 Kilogramm auf die Waage bringen.

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