Karriere

Frauenquote: Auch Familienunternehmen haben Handlungsbedarf

.

In Hinblick auf die aktuell beschlossene Frauenquote für Aufsichtsräte haben börsennotierte Familienunternehmen personellen Handlungsbedarf. Laut einer Analyse der Managementberatung Kienbaum fehlen den 15 börsennotierten Familienunternehmen 29 weibliche Aufsichtsräte, um die Frauenquote von 30 Prozent erfüllen zu können. Das sind knapp zwei fehlende Frauen je Aufsichtsrat.

Damit liegen die Familienunternehmen genau im Durchschnitt: Insgesamt fehlten 230 weibliche Aufsichtsräte in den 114 Börsenunternehmen, hat die Hans-Böckler-Stiftung im Auftrag des Bundes berechnet. Auch der aktuelle Frauenanteil entspricht mit 17 Prozent etwa dem Durchschnitt. Nur eines der betroffenen Familienunternehmen, so Kienbaum, erfüllt derzeit die Quote: Konsumgüterhersteller Henkel.

Die Hürden bei der Umsetzung

Eine Umfrage im Rahmen des Ifo Randstad Flexindex, der einmal im Quartal erhoben wird, widmete sich im September der Frauenquote. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (ifo) befragte mehr als 1.000 Personalleiter in Deutschland, ob sie bei der Durchführung der Frauenquote im höheren Management Schwierigkeiten befürchten. Die Antworten sind gespalten: Immerhin sahen 46 Prozent der Personalleiter Probleme –  und zwar vor allem in den größeren Betrieben und in Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe. 48 Prozent allerdings sahen keine Hürden bei der Umsetzung der Frauenquote. Die restlichen sechs Prozent machten keine Angaben.

Betrachtet man die Hemmnisse im Einzelnen, gab ein Viertel der vom ifo-Institut befragten Unternehmen an, dass eben nur wenige Frauen in ihrer Branche tätig seien. Im verarbeitenden Gewerbe sahen dies sogar 32 Prozent als Behinderung, im Handel 26 Prozent, im Dienstleistungsbereich immerhin noch 20 Prozent. Rund 14 Prozent der Befragten gaben an, keine geeigneten Bewerberinnen für die Stellen zu haben.

Je kleiner das Unternehmen, desto weniger Probleme mit der Quote

Offenbar tun sich kleine Unternehmen mit der Quote leichter. Nur 36 Prozent der Betriebe mit weniger als fünfzig Mitarbeitern erwarteten Schwierigkeiten bei der Einführung der Quote, in der Größenklasse mit mehr als 500 Beschäftigten, wie das Familienunternehmen Schwarz Cranz (hier führt eine Frau die Geschäfte!), waren es immerhin 63 Prozent.

STARTSEITE