Karriere

Warum Frauen weniger verdienen als Männer

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Verschiedene Studien berichten darüber, dass Frauen im Durchschnitt zwischen 15 und 25 Prozent weniger Geld verdienen als Männer. Die Gründe hierfür sind zahlreich. Zum einen entscheiden sich Frauen öfter für Berufe mit niedrigeren Gehältern, zum anderen sorgt ein Kind häufig für einen Karriereknick.

Ausbildungswünsche von Jungen und Mädchen

Schon die Wahl der Ausbildung stellt zum Teil die Weichen für den späteren Verdienst. Zu den Lieblingslehrberufen der Mädchen gehören zum Beispiel Friseuse, Bürokauffrau und Einzelhandelskauffrau. Jungen dagegen wollen unter anderem KFZ-Mechatroniker, Industriemechaniker und Fachlagerist werden.

Warum verdienen Frauen weniger?

In den gut bezahlten Bereichen wie Technik, Wirtschaft, Politik, Forschung und Finanzen sind kaum Frauen anzutreffen, vor allem nicht in Führungspositionen. Woran liegt das? Zum einen liegt das daran, dass Frauen lieber Geistes- oder Sozialwissenschaften studieren als technische Studiengänge zu wählen, wie es die Männer oft tun. Die männlichen Einstiegsgehälter können bis zu 75 Prozent über denen der Frauen liegen. Ein weiter Grund ist der Karriereknick Baby.

Karriereknick Baby

Im Alter von etwa 30 bis 35 Jahren werden viele männliche Akademiker befördert und zum Team- oder Projektleiter ernannt. Frauen, die studiert haben, bekommen in dieser Zeit oft ihr erstes Kind und verzichten erst einmal auf die Karriere. Später ist es aber umso schwieriger, wieder einen Neueinstieg zu finden. Vor allem deutschen Männern ist die Karriere oft wichtiger als die Familie. Sobald ein Kind da ist, kommt es zwischen Mann und Frau häufig wieder zum klassischen Rollenbild: Der Mann bringt das Geld nach Hause. Die Frau kümmert sich um Kind und Haushalt.

Warum Kind und Karriere oft nicht zusammen funktionieren

Um wieder beruflich aktiv zu sein und trotzdem noch genug Zeit für das Kind zu haben, schließt die Frau, sobald das Kind drei Jahre oder älter ist, oft folgenden Kompromiss: Sie geht einem Teilzeitjob nach. Diese Jobs sind oft schlechter angesehen und schlechter bezahlt als der alte Job. Teilzeitbeschäftigung ist bei qualifizierten Tätigkeiten oft gar nicht möglich, so dass die Frau mehr und mehr den Bezug zum studierten Job verliert.

Alte Regeln immer noch in den Köpfen

Manche Aspekte der Gleichberechtigung sind noch gar nicht so lange gesetzlich verankert. Noch bis 1991 zum Beispiel mussten Frauen bei einer Hochzeit den Namen des Mannes annehmen oder sich auf einen Doppelnamen einigen. Und auch heute noch, 24 Jahre später, entscheiden sich 80 Prozent der Paare für den Namen des Mannes. Ist das nur konservativ, ein Zeichen für alte Werte oder brauch es doch viel mehr Zeit, geschlechterspezifische Ungerechtigkeiten zu verarbeiten?

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