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Niedrige Erzeugerpreise bedrohen deutsche Landwirtschaft

  • Steve Schmit/wid
  • In LIFESTYLE
  • 14. Januar 2016, 17:44 Uhr

Bei der diesjährigen Landwirtschaftsausstellung 'Internationale Grüne Woche' in Berlin wird mit Sorge auf die Lage der deutschen Landwirtschaft geblickt.


Bei der diesjährigen Landwirtschaftsausstellung "Internationale Grüne Woche" in Berlin wird mit Sorge auf die Lage der deutschen Landwirtschaft geblickt. "Wir haben rund 30 Prozent Einkommensrückgang hinnehmen müssen auf nur noch 30.000 Euro brutto pro Arbeitskraft. [...] Es ist also nicht mit dem Bruttoeinkommen eines Arbeitnehmers zu vergleichen", so Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes.

Der Verfall der Erzeugerpreise gilt als Hauptursache dieser Negativentwicklung. Für Rinder und Schweine bekommen Bauern heute vier Prozent weniger Geld als noch vor einem Jahr, die Preise für Ferkel sind um sechs Prozent gefallen. Ein Bauer verdient pro verkauftem Würstchen nur noch 12 Cent, berichtet Rukwied dem Rundfunksender Deutsche Welle (DW). Gleichzeitig hat sich seit 1994 die Produktion von Schweinefleisch um rund die Hälfte gesteigert, bei Geflügelfleisch hat sich die Menge verdreifacht. Auch der Milchpreis ist extrem niedrig. 24 Cent bekommt der Erzeuger für einen Liter, das deckt nicht einmal die Produktionskosten.

Auch die deutsche Ernährungsindustrie sieht sich in einer schlechten Lage. Der Branchenumsatz sank 2015 um 3,4 Prozent auf 166,3 Milliarden Euro. Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff spricht von "einem erheblichen Einbruch" und dem "schlechtesten Ergebnis der letzten vier Jahre". Dazu beigetragen hätten die stark sinkenden Verkaufspreise für die Lebensmittelhersteller. "Eine schwache Nachfrage, anhaltend hohe Kosten bei Löhnen, Energie und Rohstoffen, zunehmender Konkurrenzdruck sowie schwindende Gewinnspielräume im Ausland steigern den Gewinndruck für die Ernährungsindustrie."

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