Ein Praktikum ist nach wie vor ein bewährtes Mittel, um neue Arbeitserfahrungen zu sammeln. Die Einführung des Mindestlohngesetzes im Jahr 2015 hat einige Veränderungen hervorgebracht. Praktika sind im Schnitt besser bezahlt, fallen aber kürzer aus.
Ein Praktikum ist nach wie vor ein bewährtes Mittel, um neue Arbeitserfahrungen zu sammeln. Die Einführung des Mindestlohngesetzes im Jahr 2015 hat einige Veränderungen hervorgebracht. Praktikanten verdienten 2015 im Schnitt 950,43 Euro brutto im Monat. Im Jahr davor lag der Verdienst noch bei 859,27 Euro brutto. Das entspricht einem Anstieg von 10,6 Prozent. Dabei passen viele Arbeitgeber ihre Angebote den veränderten Bedingungen an und setzen verstärkt auf Arbeitsverhältnisse, die vom Mindestlohngesetz ausgenommen sind.
Die Anzahl der dreimonatigen Praktika, die vom Mindestlohn ausgenommen sind, verdoppelte sich und stieg anteilig an der Gesamtzahl der Praktika in Deutschland von 11,0 auf 21,0 Prozent. Die durchschnittliche Praktikumsdauer fiel 2015 von sechs auf etwa fünf Monate. Das sind die Ergebnisse des Praktikantenspiegels der Clevis Group, der im Rahmen einer deutschlandweiten Studie erstellt wurde.
Unter allen Befragten stößt der Mindestlohn überwiegend auf Zustimmung, dabei finden es rund 75 Prozent aller Praktikanten wichtiger Berufs-relevante Erfahrungen zu sammeln als angemessen zu verdienen. "Unsere Studie zeigt, dass die Gründe für ein Praktikum in erster Linie darin liegen, zu lernen, den eigenen Lebenslauf aufzuwerten sowie die betreffende Branche des jeweiligen Arbeitgebers kennenzulernen. Die Gehaltsfrage spielt nur eine untergeordnete Rolle. Der Mindestlohn wird zwar prinzipiell begrüßt, ist aber nicht das Kernargument für oder gegen ein Praktikum", erläutert Studienleiterin Kristina Bierer von CLEVIS Consult.