Es ist soweit: DS präsentiert das neue Spitzenmodell der Marke, den DS 9. Er erweitert nach dem DS 7 Crossback und dem DS 3 Crossback das Angebot der feinen französischen Marke nach oben. Der Motor-Informations-Dienst (mid) nahm für eine erste Probefahrt im DS 9 E-Tense 225 Performance Line + Platz.
Es ist soweit: DS präsentiert das neue Spitzenmodell der Marke, den DS 9. Er erweitert nach dem DS 7 Crossback und dem DS 3 Crossback das Angebot der feinen französischen Marke nach oben. Der Motor-Informations-Dienst (mid) nahm für eine erste Probefahrt im DS 9 E-Tense 225 Performance Line + Platz.
Als Reminiszenz an die historische DS von 1955 ist der DS 9 mit seitlichen Positionslichtern in Trichterform an der Dachkante ausgestattet. Die 4,93 Meter lange Limousine macht optisch ordentlich etwas her. Viel Wert hat der Hersteller auf eine wertige Verarbeitung und feine Details gelegt, was den DS 9 auf den ersten Blick wohltuend von der Masse abhebt. Viel Chrom glitzert rund um das Fahrzeug an allen Ecken. Mitbewerber beispielsweise aus Wolfsburg setzen mittlerweile auf "Lichteffekte" und verzichten komplett auf diese Eleganz. Alles ist Geschmackssache, doch zu einem Flaggschiff wie dem DS 9 passt die Pariser Noblesse.
Warum der DS 9 als einziges Modell des Herstellers ausgerechnet in Shenzhen produziert und nach Europa exportiert wird? Es liegt wohl daran, dass China ein riesiger Markt für große Limousinen ist. Hier sitzt man standesgemäß rechts im Fond des Flaggschiffs und überlässt dem Chauffeur das Fahren. Der Stellantis-Konzern ist mittlerweile so groß, vielleicht finden sich ja in der Zukunft noch Synergien zur Fertigung in Europa. Die China-Produktion passt irgendwie nicht so ganz zu dem Pariser Chic.
Im Angebot für den DS 9 sind fünf Außenfarben und drei Innenraum-Versionen. Passend zur Marke lässt sich auch eine Menge Luxus und Stil einbauen. Etwa mit Ledersitzen im ausgefallenen Bracelett-Finish mit Uhrenarmband-Look oder mit dem eigens für DS designten Chronographen BRM R180 aus der Manufaktur Bernard Richard unweit von Paris. Dazu gibt es edle Materialien wie Kristallglas und Perlenstickereien aus der Haute Couture.
Technisch ist die Limousine voll auf der Höhe der Zeit. Etwa mit einem aktiven, kameragesteuerten Federungssystem namens DS Active Scan Suspension. Oder mit Helfern wie dem Spurhalteassistenten, dem Geschwindigkeitsregler und -begrenzer sowie der Verkehrsschilderkennung. Das Kofferraumvolumen beträgt 510 Liter - das ist nicht zu üppig, aber für die Langstrecke mit Gepäck und vier Passagieren an Bord absolut ausreichend.
Nun zu den Passagieren: Komfortabel reisen ist dank sehr viel Platz im Innenraum garantiert. Durch den Radstand von 2.900 Millimetern sitzt es sich auch im Fond kommod und bequem. Optional im Angebot beim DS 9 gibt es für alle vier Sitze (auch im Fond) Lüftung, Heizung, Massageoption, das volle Luxus-Programm.
Eine Sensation ist die Focal Elektra HiFi Anlage im Testfahrzeug. Focal ist ein Premium HiFi Hersteller, die Zahlungskräftigen und musikbegeisterten willigen Kunden können hier Boxen zum Stückpreis von bis zu 100.000 Euro erwerben. Der Aufpreis beim DS 9 für die Focal Anlage liegt bei sehr humanen 1.150 Euro - das ist im Vergleich zu den Soundsystem-Angeboten der Mitbewerber ein echtes Schnäppchen.
Zunächst ist der DS 9, den der Hersteller als "große, stilvolle Limousine" klassifiziert, in Deutschland als Benziner und Plug-in-Hybrid mit einer Leistung von je 225 PS und Frontantrieb zu haben. Eine erste Testfahrt mit dem Plug-in-Hybrid begeistert. An Bord findet sich ein tolles Navigationssystem, das sehr gute bereits erwähnte Focal Soundsystem, eine gute Federung dank eingebautem Sensor der die Straße erkennt und sich entsprechend anpasst.
Eine Plug-in-Variante mit 360 PS und Allradantrieb sowie ein 250 PS starker Teilzeit-Stromer mit größerer Batterie sollen das Angebot demnächst ergänzen. Der mid konnte schon kurz den Prototypen mit 360 PS 4x4 Plug-in Hybrid fahren. Ein sehr wertiges und schönes Fahrzeug, der Preis soll laut Hersteller bei zirka 67.000 Euro liegen.
Der zum Start angebotene Plug-in-Akku hat eine Kapazität von 11,9 kWh. Dank der Ladeleistung von bis zu 7,4 kW ist das vollständige Nachladen an der Wallbox zu Hause oder an einer öffentlichen Ladestation innerhalb von eindreiviertel Stunden erledigt. Die rein elektrische Reichweite laut WLTP-Messzyklus: 48 Kilometer.
Fazit: Allein der Innenraum des DS 9 wird dem Premiumanspruch gerecht. Bei Mitbewerbern kostet diese Klasse in der Ausstattung locker bis zu 20.000 Euro mehr. Ein kleines Manko auf hohem Niveau: es ist kein Head Up Display im Angebot. Das im Stellantis Konzern verbaute einfache ausfahrbare Display genügte den Pariser Ansprüchen nicht, so der Hersteller. Die Rückfahrkamera ist leider recht niedrig auflösend, dieses Problem haben aber diverse Hersteller im Jahr 2021 immer noch.
Zum Preis: Der DS 9 E-Tense 225 Performance Line + startet bei 52.810 Euro. Das Testfahrzeug mit Sonderausstattung wie der HiFi Anlage Focal Electra (unbedingt zu empfehlen), elektrischem Schiebedach, Sicherheitspaket und Alarmanlage kommt auf 61.160 Euro. Dafür erhält der Kunde Pariser Noblesse, neidische Blicke der Nachbarn und ein Luxus-Feeling, das mit Geld nicht zu bezahlen ist.
Mike Neumann / Jutta Bernhard / mid