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UPD: Mehr Flexibilität bei Zweitimpfungen

  • Rudolf Huber/mp
  • In GESUNDHEIT
  • 11. Juni 2021, 13:14 Uhr
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mp Groß-Gerau - Mehr Flexibilität bei der Zweitimpfung ist laut Experten enorm wichtig. Getty Images / iStock / vadimguzhva

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) warnt, dass die starren Vorgaben für die Zweitimpfung die Bekämpfung der Pandemie erschweren. Sie empfiehlt, Termine zukünftig flexibler zu handhaben und so den Zugang für Patienten zu vereinfachen. Impforganisation, Impfstoffbelieferung und Informationsflüsse sollten schnellstmöglich so gestaltet werden, dass ein Wechsel der impfenden Einrichtung möglich ist.


Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) warnt, dass die starren Vorgaben für die Zweitimpfung die Bekämpfung der Pandemie erschweren. Sie empfiehlt, Termine zukünftig flexibler zu handhaben und so den Zugang für Patienten zu vereinfachen. Impforganisation, Impfstoffbelieferung und Informationsflüsse sollten schnellstmöglich so gestaltet werden, dass ein Wechsel der impfenden Einrichtung möglich ist.

"Eine möglichst vollständige Impfung können wir nur erreichen, wenn die Menschen unkompliziert an die Zweitimpfungen kommen", so Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD. In der Patientenberatung sind Probleme bei der Terminorganisation für die Zweitimpfungen bereits ein Dauerthema. "Viele Menschen können nicht nachvollziehen, warum ein Wechsel der Impfstelle, beispielsweise vom Impfzentrum zum Betriebsmediziner oder zum Hausarzt, nicht möglich sein soll", sagt Krumwiede.

Wer bei der Erstimpfung keinen konkreten Folgetermin ausgemacht habe, klage, dass er seine Arztpraxis nicht erreiche. Andere empfänden lange Anfahrtswege zum Impfzentrum als große Belastung und würden die Folgeimpfung lieber beim Betriebsarzt erhalten. Doch so ein Wechsel werde ihnen in der Regel verwehrt. Als Folge daraus bestehe laut Krumwiede die Gefahr, dass die Impfmotivation sinke und der Erfolg der Impfkampagne nachlasse.

Virologen beziffern den Anteil der Menschen, die zur Überwindung der Pandemie eine vollständige Impfung erhalten müssen, auf 80 Prozent zumindest der erwachsenen Bevölkerung. "Dieses Ziel werden wir nicht alleine durch theoretische Impfangebote erreichen können", sagt Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der UPD. "Angesichts der in anderen Ländern bereits feststellbaren Entwicklung, dass Termine für Zweitimpfungen gar nicht erst ausgemacht oder nicht wahrgenommen werden, ist es für den Erfolg der Impfkampagne in Deutschland wichtig, möglichst viele Hürden zum Zweittermin aus dem Weg zu räumen. Die starre Bindung an eine Impfstelle ist genau so eine Hürde."

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