Ganz egal ob Sportverletzung, schwere Erkrankung oder ein Autounfall ...
... die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit können vielfältig sein. Neben körperlichen Beschwerden können auch psychische Erkrankungen der Grund sein. Schnell steht dann der finanzielle Ruin bevor. In diesen Fällen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.
Weniger als die Hälfte der Erwerbstätigen haben eine Absicherung
Etwa jeder vierte Erwerbstätige wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Allein daran zeigt sich, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden notwendig ist. Doch von den über 42 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland verfügen weniger als die Hälfte über eine entsprechende Absicherung, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft angibt. Das liegt vermutlich daran, dass nur die wenigsten Arbeitnehmer ihren Job als risikoreich ansehen.
Da allerdings psychische Erkrankungen mit etwa 32 Prozent inzwischen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind, sollten Arbeitnehmer das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn aufgrund körperlicher oder geistiger Probleme nicht mehr arbeiten zu können, ist nicht an einen bestimmten Beruf gekoppelt.
Für wen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden wichtig – für Handwerker genauso wie für Büroangestellte, Freiberufler und Hausfrauen.
Das ist vor allem deshalb der Fall, weil alle nach dem 1. Januar 1961 Geborenen nur eine Erwerbsminderungsrente erhalten. Und dann auch nur in vollem Umfang, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, drei Stunden pro Tag zu arbeiten. Dabei ist jede denkbare Tätigkeit der Maßstab. Weiterhin richtet sich die Höhe der Erwerbsminderungsrente nach den eingezahlten Beiträgen sowie den Versicherungsjahren. Berufsunfähigkeit in jungen Jahren kann dann ohne eine zusätzliche Absicherung den sozialen Abstieg bedeuten. Noch schlimmer ist es für Selbständige, die ohnehin keinen gesetzlichen Versicherungsschutz besitzen.
Was leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird im Falle der Berufsunfähigkeit eine vorab fest vereinbarte Rente pro Monat gezahlt. Damit ist die Berufsunfähigkeitsversicherung auch für die Angehörigen von Bedeutung. Wird der Hauptverdiener der Familie berufsunfähig, dann würden auch seine Familienangehörigen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Mit der Rente aus der Versicherung können aber die laufenden Kosten auch weiterhin gedeckt werden.
Es ist generell nicht von Bedeutung, welcher Beruf zuletzt ausgeübt wurde. Tritt aus gesundheitlichen Gründen Berufsunfähigkeit ein, dann leistet die Versicherung. Dabei ist auch die Erkrankung nicht von Bedeutung. Laut Versicherungsriese ist allerdings eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent erforderlich, um die versicherte Rente zu erhalten.
Darauf sollte beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung geachtet werden
Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abzuschließen. Denn: schon kleinere gesundheitliche Probleme und Vorerkrankungen können Risikozuschläge, Ausschlüsse oder gar eine Ablehnung des Antrags begünstigen. Deshalb ist es sinnvoll, eine solche Versicherung dann abzuschließen, wenn die Gesundheit noch keine Probleme bereitet.
Weiterhin sollte auf bestimmte Faktoren geachtet werden. Interessenten sollten sich die Frage nach der Rentenhöhe und auch nach der Laufzeit stellen. Je höher die Versicherungssumme und das Eintrittsalter und je länger die Versicherungsdauer ist, umso teurer wird der Versicherungsschutz. Eine entscheidende Rolle spielen allerdings auch Beruf und mögliche gefährliche Hobbys.
Die richtige Rentenhöhe
Die Wahl der passenden Rentenhöhe sollte sich bestenfalls am monatlichen Nettoeinkommen orientieren. Tritt Berufsunfähigkeit ein, dann kann so der bisherige Lebensstandard beibehalten werden. Die Versicherungssumme sollte also so hoch gewählt werden, dass das Geld bequem für alle Ausgaben und eine Altersvorsorge reicht. Der Einschluss einer jährlichen Dynamik trägt zudem dazu bei, einen Inflationsausgleich zu erreichen.
Die richtige Versicherungsdauer
Für die Versicherungsdauer empfiehlt es sich, diese bis zum Beginn der Altersrente zu vereinbaren. In Ausnahmefällen kann aber auch eine abweichende Regelung dazu getroffen werden.
Worauf sollte sonst noch geachtet werden?
Sinnvoll ist weiterhin eine Nachversicherungsgarantie. In diesem Fall kann die Versicherungssumme unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne eine erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden. Gerade für junge Menschen (z. B. Auszubildende, Studenten, Berufsanfänger) ist dies empfehlenswert, um auch den späteren Lebensstandard absichern zu können. Zudem sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung nie mit einer Renten- oder Kapitallebensversicherung gekoppelt werden. Dies wird zwar häufig empfohlen, gefährdet jedoch den Versicherungsschutz.
Was ist, wenn der Antrag nicht angenommen wird?
Lehnt ein Versicherungsunternehmen den Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung ab, dann liegt dies möglicherweise an den vorliegenden Risiken (Beruf, Hobby, Vorerkrankungen). Eine Risikovoranfrage kann Aufschluss darüber geben, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung beim gewünschten Versicherer möglich ist. Ist ein Abschluss bei keinem Anbieter möglich, dann sollten Interessenten über eine Alternative nachdenken.
Jeder kann betroffen sein
Immer noch unterschätzen viele Verbraucher das Risiko, berufsunfähig zu werden. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass mittlerweile jeder vierte Arbeitnehmer von Berufsunfähigkeit betroffen war oder sogar noch ist. Und die Zahlen steigen. Laut einer Erhebung in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit bis zum Alter von 65 Jahren ergab, dass von den heute 20- bis 30jährigen etwa 40 Prozent bis zum Eintritt der Regelaltersrente mindestens einmal von Berufsunfähigkeit betroffen sein werden. Angesichts dieser durchaus beunruhigenden Zahlen sollten sich Verbraucher unbedingt über eine Absicherung Gedanken machen.
STARTSEITE