Lange und vor allem im privaten Bereich gilt Kleben im Vergleich zu Schrauben oder Schweißverbindungen immer noch als vergleichsweise schwache Verbindung. In der Industrie bestehen jedoch bereits seit Langem professionelle Lösungen, mit denen hochfeste Verbindungen geschaffen werden.
Dabei gibt es eine Vielzahl von Gründen, weshalb überhaupt lieber geklebt wird anstatt zu schrauben oder zu schweißen. Diese finden sich nicht nur produktionsseitig, sondern vor allem auch im Hinblick auf das Endprodukt.
Gewichts- und Kostenersparnis
Ein wesentlicher Vorteil, den Kleben im Gegenzug zu anderen Verbindungstechniken wie z.B. Schrauben oder Schweißen mit sich bringt, ist in der Gerichts- und Raumersparnis begründet. Denn beim Kleben kann Oberfläche direkt an Oberfläche gefügt werden. Oft sind dazu auch nur geringste Klebepunkte nötig, um dennoch hochfeste Verbindungen zu schaffen. Beim Schrauben hingegen wird bereits zusätzlicher Raum für das Schraubloch benötigt und die Schraube selbst benötigt ebenso Raum. Auch eine Schweißnaht nimmt Platz ein und ist zudem nicht mit allen Materialien umsetzbar. Erzeugnisse, die geklebt anstatt geschraubt oder geschweißt werden, können somit deutlich kleiner und auch leichter gebaut werden. Dies führt nicht selten zu einer großen Kostenersparnis, aber vor allem auch zu Gewichtsreduktion und mitunter Wettbewerbsvorteilen. Nicht zuletzt wirkt sich das Zusammenfügen von Bauteilen durch Kleben außerdem auf die Optik der Erzeugnisse aus.
Anwendungsbereiche industrieller Klebeverfahren
Viele industrielle Sektoren setzen heute bereits auf Klebeverbindungen anstatt auf Schraub- oder Schweißverbindungen. Dazu zählen beispielsweise die Medizintechnik, aber auch der Automotive-Bereich oder auch dem Luftfahrtbereich. Dies zeigt bereits, dass moderne Klebeverfahren in der Lage sind, stabile und auch wasserfeste Verbindungen zu schaffen, die langfristig verlässlich sind. Ein großer Einsatzbereich des Klebens ist zudem der Elektronikbereich, der kaum ohne diese Technik auskommt. Bei der Fertigung elektronischer Bauteile können somit schon lange unschöne Schweißnähte und auch Platz einnehmende Schraubverbindungen unterbleiben.
Unterschiedliche Klebeverfahren
Gerade in der Elektronikherstellung ist die Mikrodosierung von Klebstoffen ebenso wichtig wie die Vorbehandlung der betroffenen Materialoberflächen. Klebstoffe werden punktgenau aufgesetzt, um hochfeste Verbindungen zu schaffen. Bei Klebeverfahren, die mit Wärmebehandlung einhergehen, kommen Industrieöfen für das Tempern zum Einsatz, sodass sich die mechanische Spannung der gewünschten Bauteile beeinflussen lässt. Häufig eingesetzt sind außerdem Vergussmassen, die gezielt an die gewünschten Stellen vergossen werden, umso Verbindungen herzustellen.
Voll- und teilautomatisierte Klebung
Gerade in der Serienproduktion von Bauteilen unterschiedlicher Art ist es wichtig, dass auch die Fügeverfahren schnell und möglichst einfach vonstatten gehen können, um einen hohen Output in geringer Zeit realisieren zu können. Dies gilt auch für das Auftragen von Klebstoffen. Daher stehen mittlerweile entsprechende Systeme zur Verfügung, in denen die richtigen Mengen in exakter Dosierung auch in hoher Stückzahl punktgenau aufgetragen werden und die Materialien passende vorbereitet, vorbehandelt oder auch auf Temperatur gebracht werden können, um die Verbindungen fester zu gestalten.
Vor- und Nachteile von Klebeverbindungen
Klebeverbindungenweisen eine Reihe von Vorteilen auf wie etwa die Gewichtsersparnis oder schönere Optik der Produkte. Auch weniger Belastung für das Material während des Klebens etwa durch Verformungen können angeführt werden. Zum anderen sind Klebeverbindungen aber weniger hitzebeständig und die Vorbehandlung der Oberflächen bedeutet einen zusätzlichen Arbeitsschritt. Auch Aushärtezeiten sind je nach Klebstoff notwendig.
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